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Verwirrung und Ärger begleiten Steuernachlass

Bäckerei-Chefin aus Waidhofen/Ybbs beklagt bürokratischen Aufwand. Kopfschütteln über hohe Steuer fürs Buttersemmerl.
Bäckerei-Chefin Hartner und WK-Obmann Pilz.

Die seit dem 1. Juli geltende Regelung für eine niedrigere Umsatzsteuer auf bestimmte Lebensmittel sorgt unter anderem bei den Bäckern für großen Unmut: „Gut gemeint heißt nicht immer gut gemacht!“ So fallen bei ihnen etwa Produkte mit Weizenmehl unter den reduzierten Steuersatz von 4,9 Prozent, Backwaren aus Roggenmehl aber nicht. Dazu gibt es viele Beispiele.

Die Wirtschaft begrüße grundsätzlich die Absicht der Regierung, die Steuersätze auf Lebensmittel zu senken. Jedoch wurde bei der Umsetzung ein bürokratisches Regelwerk entwickelt, das für verständlichen Unmut bei den Unternehmern sorge, sagt der Amstettner Wirtschaftskammerobmann Gottfried Pilz.

Kosten für Umstellung 

Sigrid Hartner, die einen Bäckereibetrieb in Waidhofen/Ybbs führt, schildert den großen Aufwand bei der Umsetzung der Ministeuerreform. „Da sind Kosten bei der Umstellung von knapp 4.000 Euro entstanden, ohne dass die Arbeitszeit eingerechnet ist“, sagt sie. Noch viel ärgerlicher sei, dass vieles unklar oder gar nicht nachvollziehbar sei. „Wenn ich eine Semmel verkaufe, rechne ich den ermäßigten Steuersatz, wenn ich eine Butter verkaufe, ebenso. Wenn ich aber die Butter in die Semmel streiche und dem Kunden als Buttersemmel verkaufe, muss diese wieder mit 10 Prozent verrechnet werden. Absurd“, ärgert sich Hartner.

Konflikte

Ihr Waidhofner Kollege, der pensionierte Zuckerbäcker Karl Piaty, befürchtet, dass es im Streit um Preise zu Konflikten zwischen den Verkäufern und den Kunden komme. „Wenn einfachste, täglich gekaufte Produkte wie Kornspitz oder Mohnweckerl aufgrund der unterschiedlichen Rezepturen unterschiedliche Steuersätze aufweisen, so kann es nur zu Problemen führen“, sagt Piaty.

Wenn ein Gesetz seitenweise Anleitungen brauche, um es umzusetzen, sollte seine Tauglichkeit hinterfragt und die Vorschriften auch geändert werden, fordert Pilz.

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