Verkehrsplaner droht mit Fahrverbot

Zibuschka will rücksichtslose Traktorfahrer zu mehr Disziplin zwingen, sonst werden sie auf andere Routen verbannt.

Friedrich Zibuschka spricht Klartext. Und das in Form einer Drohung: "Wenn die Traktorfahrer nicht rücksichtsvoll fahren wollen, müssen wir sie mit einem Fahrverbot auf der B 37 zur Disziplin zwingen", betont der höchste Verkehrsplaner NÖs. Er spricht aus eigener Erfahrung. "Es nervt, in einer Kolonne hinter einem Traktor kilometerweit herfahren zu müssen, weil der Lenker nicht und nicht ausweichen will", erklärt Zibuschka. Mit seinen klaren Worten sorgt er einerseits für große Zustimmung unter Autofahrern, andererseits aber für Entrüstung. Ein Verbot sei unzumutbar, kontern Waldviertler Landwirte.

Wie berichtet, sind die Bauern massiv gegen ein Fahrverbot für landwirtschaftliche Fahrzeuge auf der B 37. Daher haben die Bürgermeister der Gemeinden an der Strecke zwischen Zwettl und Krems sowie die Bauernfunktionäre eine Resolution unterschrieben und diese Landeshauptmann Erwin Pröll überreicht. Sie wollen das Fahrverbot unbedingt verhindern. "Ein Umweg von ungefähr 40 Kilometern über Droß ist nicht vertretbar", sagt Dietmar Hipp, Obmann der Bezirksbauernkammer in Zwettl.

Zibuschka steht zu seinem Wort, will aber noch weitere Gespräche mit den Landwirten abwarten, um eine Entscheidung zu treffen. "Es geht um eine Lösung nur für den Gföhler Berg. Gleichzeitig prüfen wir, ob es möglich ist, sichere Ausweichbuchten für Traktoren zu errichten", sagt Zibuschka. Seine Drohung nimmt Gföhls Bürgermeister Karl Simlinger, ein Initiator der Resolution, gelassen zur Kenntnis. "Das ist Zibuschkas Meinung. Wenn sich jeder an die Verkehrsvorschriften hält, ist das kein Thema. Pkw und Traktoren sind gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer", betont Simlinger, der im gleichen Atemzug den vierspurigen Ausbau der B 37 fordert.

Obmann Hipp sieht vorerst als Antwort, seine Bauern aufzufordern, bestimmte Fahrten zu Stoßzeiten tunlichst zu vermeiden. "Ich kann nur hoffen, dass sie das akzeptieren", sagt Hipp. Den Ausbau der Ausweichbuchten sieht er als gute Variante: "Wenn sie länger sind, muss ein Traktorfahrer nicht einmal anhalten, um die Autofahrer vorbei zu lassen."

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011