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Mostviertel wird zur Filmkulisse für FH-Studierende

Studierende der Meisterklasse Film und TV haben im Mostviertel ihren Abschlussfilm „Carlina“ gedreht. Der KURIER war dabei.
Carlina Filmdreh

Von Fatma Cayirci

„Klappe auf“, hieß es in Lunz am See im Bezirk Scheibbs und in der Nähe von Neuhofen im Bezirk Melk. Studierende des Masterstudiengangs „Digital Media Production – Masterklasse Film und TV“ an der USTP St. Pölten verwandelten bei den Dreharbeiten ihres Kurzfilms „Carlina“ verschiedene Orte in Niederösterreich in professionelle Filmsets. 

Dazu gehörte auch eine Wiese zwischen Neuhofen und Eidletzberg im Bezirk St. Pölten, wo der letzte Drehtag stattfand. Der KURIER hat bei den Dreharbeiten in Neuhofen vorbeigeschaut und blickte hinter die Kulissen.

Auf der Wiese herrscht höchste Konzentration. Der Fokus des Teams gilt den Kameras und Monitoren. Es geht darum, jedes Bild mit größter Sorgfalt einzufangen, um später im Schnitt ein optimales Ergebnis zu erzielen. Dafür sind nicht nur große Szenen, sondern auch ganz kleine Bildausschnitte mehrfach zu wiederholen. Die Regie achtet auf jede Kleinigkeit, die einem als Laien kaum auffallen würde.

„Lieber mehr Bilder“

Entscheidend sei neben der Perfektion auch das Bauchgefühl, wie Drehbuchautor und Regisseur Pascal Bruckner erklärt: „Beim letzten Projekt haben wir von manchen Szenen nur drei Takes gemacht und im Schnitt war die Frustration manchmal groß, weil einfach die Varianz fehlte. Deshalb lieber mehr Bilder machen als zu wenig. Oft muss sich auch erst die Technik wirklich einspielen.“ Seine Kollegin und Produktionsleiterin Eva Kiefer fügt hinzu: „Ich habe irgendwann verstanden, dass es wichtig ist, Vertrauen zu haben, auch wenn es auf den ersten Blick keinen Sinn macht. Und als Produktion muss man manchmal sagen: Wenn man die Zeit und die Möglichkeiten hat, sollte man dem Raum geben, auch wenn es nur eine Nuance ist. So sehr man manchmal auch die Augen verdrehen will, weil man nach Hause möchte.“

Carlina Filmdreh

Man ist sehr konzentriert bei der Sache

Die jungen Filmemacherinnen und Filmemacher drehten insgesamt sieben Tage an ihrem Kurzfilm „Carlina“. Um einen solchen Film innerhalb kürzester Zeit abzudrehen, braucht es nicht nur Motivation und Leidenschaft. „Menschlichkeit ist definitiv auch super essenziell. An einem Filmset muss man Geduld miteinander haben und nachsichtig sein, denn die Emotionen kochen hoch. Man muss Geduld mit anderen haben und mal darüber hinwegsehen, wenn sich jemand im Ton vergreift. Man muss sich halt auch selbst an der Nase fassen“, so Kiefer.

Wetter als Herausforderung

Ziel sei nicht immer nur Bilder im Kopf zu schaffen, sondern auch Gefühle zu transportieren. Dafür braucht es nicht nur mentale Unterstützung im Bekanntenkreis oder am Set, sondern auch finanzielle Mittel. Deshalb haben an vorderster Front die Eltern der Studierenden ausgeholfen, zudem suchte man sich Sponsoren. Die Locationbesitzer seien sehr kulant gewesen, sagt Kiefer, man müsse sich in diesen Zeiten, wo Förderungen mager seien, zu helfen wissen. Eine weitere Herausforderung sei auch das Wetter, ein ganzer Drehtag ging dadurch verloren.

Noten und Festivals

Nach den Dreharbeiten heißt es für die Gruppe: Rohschnitt anlegen, Audiobearbeitung durchführen und den Film fertig schneiden, damit er im September rechtzeitig zur Abgabe fertig ist. Denn der Kurzfilm soll neben einer guten Note auch Preise bei Filmfestivals gewinnen.

In Zeiten künstlicher Intelligenz haben Bruckner und Kiefer einen Wunsch: Die österreichische Produktion soll vor allem von den Zuschauerinnen und Zuschauern beachtet werden. „Die Leute, die in der Branche arbeiten, brauchen einfach Rückhalt und es wäre schön, wenn alle das ein bisschen mehr wahrnehmen“, betont Bruckner. Kiefer fügt hinzu: „Die Menschen sollen sehen, dass hinter jedem Film und jedem Produkt viel steckt, viel Menschliches. Mit KI vergisst man das ganz gerne mal.“

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