© Rotes Kreuz NÖ

Rettungseinsatz
12/15/2015

Übler Gestank im Schulzentrum: 38 Kinder mussten ins Spital

Großalarm: Eine mysteriöse Substanz aus dem Kanal hatte bei Schülern Atemnot ausgelöst.

von Pia Seiser, Johannes Weichhart

„Als wir alle aus der Schule raus mussten, haben wir so Angst gehabt“, erzählen Luna, Nina und Alexandra vom Nachmittag. „Eine Freundin und ich sind sofort ins Spital gebracht worden, weil unser Hals schon so angeschwollen war“, schildert Nina.

Die drei Freundinnen liegen unter ihren Decken in Krankenbetten im Universitätsklinikum Tulln. Mittlerweile können sie wieder lachen, der erste Schock ist verdaut. „Uns ist nur noch ein bissl schwindlig“, erzählen die elfjährigen Mädchen.
Am Nachmittag war Großalarm in ihrer Schule in Tulln. Das gesamte Gebäude – in dem sich das BG/BRG Tulln und die HLW befinden – musste evakuiert werden. Aus der Kanalisation war eine noch unbekannte „Substanz“ entwichen. „Die Schüler haben über Schwindel, Kopfweh, Reizhusten und Atemnot geklagt“, erzählt HLW-Direktor Wolfgang Derler. Im Gebäude hätte sich ein beißender, süßlicher Geruch bemerkbar gemacht.

„Als wir die Beschwerden dann aus mehreren Klassen hörten, haben wir um 15 Uhr sofort Alarm geschlagen“, schildert BG/BRG-Direktorin Ingrid Balka. Das Rote Kreuz hat vor der Schule eine Notversorgungsstation aufgebaut, in der die Schüler sofort untersucht wurden.

Insgesamt waren 120 Schüler aus den Klassen geholt und aufgrund der Temperaturen vorübergehend im Turnsaal untergebracht worden. 38 mussten aufgrund ihrer Symptome ins Spital. „Lebensgefahr bestand zum Glück aber nicht“, sagte Sonja Kellner vom Roten Kreuz zum KURIER. Am Abend konnten einige Schüler wieder entlassen werden, andere mussten die Nacht noch zur Beobachtung im Krankenhaus verbringen.

Fäulnisgase aus dem Kanal?

Ihre Jacken, Hauben und Schals mussten die Schüler in der Garderobe zurücklassen – bis auf die Einsatzkräfte durfte das Gebäude niemand mehr betreten. Mehrere Feuerwehrtrupps, Chemiker und Schadstoffexperten führten noch bis 20 Uhr Messungen durch. Im Keller habe ein Spürgerät angeschlagen.

Die Ursache ist aber noch nicht geklärt. Laut Feuerwehr-Sprecher Franz Resperger könnte es sich um Fäulnisgase aus dem Kanal handeln. Auch ein Lausbubenstreich sei nicht ausgeschlossen. Erdgas sei es jedenfalls nicht. Im Spital wurden die Schüler auf Kohlenmonoxid-Vergiftung untersucht – negativ.

Vom Roten Kreuzes befanden sich 25 Helfer im Einsatz. Neben den Rettungsteams sowie zwei Notärzten war auch das Bezirkskommando vor Ort, um den Einsatz zu koordinieren.

Heute Früh sollen laut Resperger noch einmal Messungen durchgeführt werden. Sollte nichts gefunden werden, würde der Betrieb in den beiden Schulen ganz normal fortgesetzt werden.

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