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Landesparteitag
06/26/2021

Die neue Geschlossenheit in der FPÖ

Obmann Udo Landbauer mit 94,6 Prozent ganz klar bestätigt. Landesrat Gottfried Waldhäusl machte Anklage der WKStA zum Kampfthema

von Martin Gebhart

Volkstümliche Blasmusik, blaues Licht in der Halle, ein riesiges Bild von Udo Landbauer mit einem Adler auf dem Arm und der Forderung nach Freiheit. Auf den Tischen eine kleine Broschüre mit Themen, denen schon der Geruch des kommenden Wahlkampfes anhaftet. Dazu ein Bildband mit dem Titel „Niederösterreich. O Heimat dich zu lieben“, in dem der Landesparteiobmann die schönsten Bilder aus dem Bundesland präsentiert.

Die FPÖ Niederösterreich ist professioneller geworden, seit die beiden Wiener Neustädter Udo Landbauer und Michael Schnedlitz die Partei übernommen haben. Und auch geeinter. Das hat der Landesparteitag in Wieselburg deutlich aufgezeigt. Schnedlitz ist mittlerweile als Generalsekretär in die Bundespartei abgewandert, Landbauer hat sich erstmals der Wahl zum Landesparteiobmann gestellt. Und er wurde mit 94,59 Prozent der 333 gültigen Delegiertenstimmen ganz klar bestätigt. Im Vergleich dazu: Beim Vorgänger-Parteitag 2018 hatte der damalige Obmann und nunmehrige Volksanwalt Walter Rosenkranz nur 68,22 Prozent der Stimmen erhalten.

Waldhäusls „Schlacht“

Mit diesem Ergebnis ist ziemlich klar, dass Landbauer bei der Landtagswahl 2023 der Spitzenkandidat der FPÖ sein wird. Seine Rede war auch schon in diese Richtung ausgelegt. Er verteufelte die „nordkoreanischen Verhältnisse“ in NÖ, für die die ÖVP sorge. Genauso wie den Miteinander-Kurs von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Landbauer: „Dieses Miteinander kann nur innerhalb der schwarzen Partei gemeint sein.“ Deswegen seine Ansage: 2023 müsse die absolute Mehrheit der ÖVP fallen. Außerdem wollen die Freiheitlichen die SPÖ vom zweiten Platz verdrängen.

Udo Landbauer und Landesrat Gottfried Waldhäusl betonten in ihren Reden, wie gut und abgesprochen sie zusammenarbeiten. Beide machten auch das Thema Asyl zum Schwerpunkt. Wobei Waldhäusl die Anklage der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen ihn wegen der bereits geschlossenen Asylunterkunft in Drasenhofen als emotionellen Aufputscher in Wieselburg nutzte. „Ja, sie haben mich vor Gericht gezerrt. Ja, sie wollen mich einsperren“, eröffnete er theatralisch. Um schon anzudeuten, was dann im Herbst passiert. „Es wird eine Schlacht vor Gericht werden.“ Landbauer und Bundesparteiobmann Herbert Kickl sicherten ihm die Unterstützung zu, die Delegierten applaudierten.

Für Herbert Kickl war es der erste Landesparteitag nach seiner Wahl zum Bundesparteiobmann. Er war es dann auch, der Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner in seinen Grußworten am schärfsten angriff. Kickl: „Ich kenne diese Dame, die ist nicht weit weg von Engelbert Dollfuß.“ Und man habe nicht vergessen, wie sie mit Udo Landbauer wegen der Liederbuch-Affäre umgegangen sei. Die Reaktion der ÖVP darauf: „Von solchen Standard-Parteireden lassen wir uns nicht provozieren.“

Kickl-Kritiker Wurzer aus der FPÖ-Landesführung geflogen

Seinen ganz großen Auftritt hatte Karl Wurzer  am FPÖ-Landesparteitag im Jahr 2018. Da sorgte seine Rede dafür, dass Christian Höbart – mittlerweile Team Strache – abgewählt wurde und der damalige FPÖ-Landesparteiobmann Walter Rosenkranz  ein ganz schlechtes Wahlergebnis einfuhr. Der damalige Landesparteisekretär Christian Hafenecker bekam ebenfalls  einen Denkzettel.  Wurzer selbst wurde dann einer der Obmannstellvertreter.

Bei diesem  Landesparteitag in Wieselburg  versuchte er erneut ein innerparteiliches Solo, stürzte allerdings ab. Die Rückendeckung von damals scheint weg zu sein.
Nachdem er  vor einer Woche beim Bundesparteitag der FPÖ Buh-Rufe geerntet hatte, weil er gegen den neuen Chef Herbert Kickl aufgetreten war, wurde er am Samstag bereits zu Beginn mit Buh-Rufen begrüßt. Bei seiner Wortmeldung gegen Udo Landbauer reagierten einige Delegierte mit deftigen Schimpfworten.

Auf der Bühne traten danach gleich mehrere Redner gegen Wurzer auf. Etwa FPÖ-Rückkehrer Robert Lugar, ehemals Team Stronach. Karl Wurzer war auch vom Landesparteivorstand nicht mehr als Obmannstellvertreter aufgestellt worden. Er gab dennoch von sich aus direkt am Parteitag seine Kandidatur bekannt. Den Sprung in dieses Gremium schaffte er aber nicht  mehr, weil er diesmal nur 10 Prozent der Delegiertenstimmen erhielt.

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