Gerettet: Hunde „Chicco“ und „Spitz“; Hausbesitzer Peter D. (r.)

© BFKdo Tulln/Öllerer

Tulln
10/25/2013

Frau und zwei Hunde vor dem sicheren CO-Tod gerettet

Ein mit Benzin betriebenes Stromaggregat blies in der Au-Siedlung giftiges Kohlenmonoxid in den Wohnraum eines Hauses.

von Martin Bernert

Dramatischer Rettungseinsatz in der Badesiedlung „In der Au“ am nördlichen Tullner Donauufer: Peter D., 54, hatte seine Lebensgefährtin gegen 18.45 Uhr bewusstlos im Wohnraum des Wochenendhäuschens gefunden. Die 53-jährige Frau hatte eine Kohlenmonoxid-Vergiftung erlitten. Ausgegangen waren die potenziell tödlichen CO-Gase von einem Stromaggregat.

Reanimation

Als die Feuerwehr eintraf, hatte D. seine Freundin mit Hilfe eines Arbeitskollegen bereits ins Freie gebracht. Die Frau musste vom Notarzt reanimiert und mit Sauerstoff stabilisiert werden, bevor sie ins Tullner Donauklinikum gebracht werden konnte.

Im Spital entschieden die Ärzte, die Patientin ins LKH Graz fliegen zu lassen, um sie dort in einer Überdruck-Kammer zu behandeln, wie sie vor allem bei Tauchunfällen Verwendung findet. Auch Peter D. erlitt bei dem Rettungseinsatz eine leichte CO-Vergiftung: Nachdem er seine Lebensgefährtin gerettet hatte, wurde ihm übel.

Tierrettung

Für die Feuerwehr war der Einsatz aber noch nicht vorbei: Die zwei kleinen Hunde des Paares lagen noch bewusstlos im Haus. Feuerwehrleute gingen mit Atemschutz in den Wohnraum und retten den Spitz „Spitz“ und den Yorkshireterrier „Chicco“. Im Freien kamen die Vierbeiner wieder zu sich und erholten sich zusehends.

Eine CO-Messung im Wohnraum dokumentierte, dass die Frau großes Glück hatte, mit dem Leben davongekommen zu sein: „Im Bodenbereich des Wohnraums lag eine zwanzigfach erhöhte Kohlenmonoxid-Konzentration vor“, sagt Feuerwehr-Sprecher Stefan Öllerer.

Wie die giftigen Abgase des Aggregats durch den Holzfußboden in den Wohnraum gelangen konnten, ist auch am Tag nach dem Unfall ein Rätsel: Die Hütten der Badesiedlung sind nicht ans öffentliche Wasser- und Stromnetz angeschlossen und zum Schutz vor Donau-Hochwasser auf Pfählen errichtet.

Der benzinbetriebene Stromerzeuger – er wird benötigt, um Kühlschrank, Fernseher und andere Elektrogeräte zu betreiben – stand seit Jahr und Tag im mit Seitenwänden umbauten und als Werkstatt eingerichteten Raum zwischen den Pfählen. Was Mittwochabend anders war, als an all den anderen Tagen zuvor, ist völlig unklar.

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