„Apotheke vom Feld“: Tulln bekommt Institut für Heilpflanzenforschung
Setzen auf die "Apotheke vom Feld" und der wissenschaftlichen Erforschung von Heilpflanzen (v.l.): Bionorica-Geschäftsführer Michael Popp, Boku-Rektorin Eva Schulev-Steindl, Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Tullns Bürgermeister Peter Eisenschenk.
„Das neue Institut ist eine großartige Bereicherung unseres Portfolios“, war Eva Schulev-Steindl, Rektorin der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), die Freude anzuhören, als am Campus in Tulln die neue Forschungskooperation im Bereich der Heilpflanzenforschung unterzeichnet wurde.
Den Stift zur Unterschrift hielten neben der Rektorin Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Bürgermeister Peter Eisenschenk und Michael Popp. Letzterer ist Eigentümer von Bionorica, einer der führenden Hersteller von Phytopharmaka, also Arzneimitteln aus Heilpflanzen. „Wir sind keine alternative Medizin, sondern echte Medizin; wir sind integriert in der Schulmedizin“, betont Popp.
Startschuss für neues Institut
Die drei neuen Stiftungsprofessuren „sind der Startpunkt für das neue Institut“, versichert Pernkopf, der selbst fasziniert sei, wie viel Kraft in Heilpflanzen steckt. „Sie sind die Apotheke vom Feld. Natürlicher geht es nicht." Eine Professur werde komplett vom Land NÖ finanziert, die anderen beiden von der BOKU und dem Unternehmen Bionorica.
Was am Tullner Campus der Boku alles erforscht wird, wurde bei einem Rundgang hergezeigt.
Heilpflanzenforschung so schnell wie möglich starten
Die Ausschreibung der ersten Professur erfolgt im Herbst 2026. “Wir wollen so schnell wie möglich mit der Forschung starten“, informiert die Rektorin, die froh ist über das Bekenntnis zum Wissenschaftsstandort Tulln. „Ich bin überzeugt: Wissenschaft bringt unser Land an die Spitze“, erklärt der LH-Stellvertreter, weshalb in den Tullner Standort investiert wird.
„Wir haben jetzt die beste Uni Europas gefunden und das beste Umfeld überhaupt, für das, was wir vorhaben.“
Geschäftsführer von Bionorica
Viel Potenzial in Heilkraft der Natur
Das sieht Popp genauso. „Wir haben jetzt die beste Uni Europas gefunden und das beste Umfeld überhaupt, für das, was wir vorhaben.“ Denn die Forschung an Heilpflanzen sei nicht selbstverständlich und selten in Europa. „Es liegt so viel Potenzial in der Natur“, schildert er, dass Bionorica noch mehr herausfinden will, wie und warum Pflanzen wirken. „Das tun wir nach internationalen Standards.“ Der beste Nährboden für Heilpflanzenforschung liege laut Popp in Österreich.
Am IFA Tulln startet eine neue Forschungskooperation zwischen der Universität für Bodenkultur Wien und dem Unternehmen Bionorica im Bereich der Heilpflanzenforschung.
Darum wurde die Stiftungsprofessur für Phytopharmakognosie am Department für Agrarwissenschaften am Campus Tulln eingerichtet. Eine Professur wird sich der Erforschung der Heilpflanze und ihrer Wirkstoffe widmen. Die beiden weiteren Stiftungsprofessuren werden im Bereich Züchtung und Anbau sowie phytopharmazeutischer Technologie. Die drei Professuren ergeben dann das Institut für Phytopharmazie.
Neues Institut wertet Universitätsstadt auf
Für den Bürgermeister der Stadt Tulln ist die Unterzeichnung der Forschungsvereinbarung sehr wichtig, wie er wissen lässt: „Das neue Institut für Phytopharmazie ist eine weitere Aufwertung für Tulln als Universitätsstadt.“
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