Trauer in NÖ um verstorbenen Industriekapitän Wolfgang Welser

Industrieller Wolfgang Welser
Welser starb am Donnerstag kurz vor dem 78. Geburtstag im Kreise der Familie. LH Mikl-Leitner: "Ein Visionär mit Weitblick, Handschlagqualität und tiefen Wurzeln in Niederösterreich".

Zwei Tage vor seinem 78. Geburtstag ist am Donnerstag in Ybbsitz der Industriekapitän Wolfgang Welser verstorben. Wie die Familie trauern die Region Ybbstal und die österreichischen Industrierepräsentanten um einen „Visionär, Familienunternehmer und Gestalter“,  wie ihn seine Familie auf der Todesnachricht unter anderem beschreibt.

Welser war über Jahrzehnte eine prägende Unternehmerpersönlichkeit seiner Ybbstaler Heimat, aber auch für Österreich. Im Jahr 1948 in Ybbsitz geboren stieg er nach der HTL-Matura rasch ins Familienunternehmen ein und war vier Jahrzehnte lang maßgeblich am Aufstieg der Welser Profile zur Weltfirma verantwortlich. 

Sichere Arbeitsplätze

Die Firma wurde zum Garanten für Tausende sichere Arbeitsplätze in den Bezirk Amstetten und Scheibbs. In vielen Ländern Europas gründete Welser Vertriebstöchter. Bis zu seinem Ausscheiden aus der Geschäftsführung 2012 war er für drei Produktionsstätten in Ybbsitz, Gresten und Bönen  in Deutschland sowie 13 Auslandsniederlassungen verantwortlich. Weltweit sind 2.400 Menschen im Familienkonzern beschäftigt.

 

Aufgrund seiner Kompetenz und Erfahrung war Welser auch für zahlreiche Positionen außerhalb des Unternehmens ein gefragter Mann. Unter anderem war er Aufsichtsrat  der ÖIAG oder der ÖBB. Als Obmann des Fachverbandes der Eisen-‑ und Metallwarenindustrie sowie als Vizepräsident der Vereinigung Österreichischer Industrie und von 2004 bis 2012 als Obmann der Bundessparte Industrie der Wirtschaftskammer Österreich war er ein wichtiger Vertreter der Sozialpartnerschaft.

Wirtschaftskammer Österreich

WKÖ-Präsidentin Martha Schultz und Vertreter der Bundessparte Industrie betrauern den Tod Welsers: "Sozialpartner mit Leib und Seele, mit unermüdlichem Einsatz und Handschlagqualität“. Wolfgang Welser sei ein erfahrener Industriekapitän gewesen, der jahrzehntelang an der Spitze des niederösterreichischen Familienunternehmens stand, aber darüber hinaus mit enormem Elan in der Interessenvertretung tätig war, sagt Industriespartenobmann Sigi Menz. In Sachen österreichischer Industriepolitik war er höchst engagiert und eine treibende Reformkraft, so Menz.

Die Verbesserung von Österreichs Wettbewerbsfähigkeit, die Sicherung von Fachkräften und die Themenfelder Forschung und Technologie als Schlüssel für Hochlohnstandorte wie Österreich, seien Welser ein großes Anliegen gewesen, beschreibt ihn Menz.

Landeshauptfrau

Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zeigte sich ebenfalls tief betroffen. Welser sei ein Visionär mit Weitblick, Handschlagqualität und tiefen Wurzeln in Niederösterreich gewesen,   so Mikl-Leitner. Und weiter: "Er war ein Gestalter und ein Anpacker, der nicht nur ein Familienunternehmen maßgeblich weiterentwickelt und international positioniert hat, sondern auch weit über den eigenen Betrieb hinaus Verantwortung für den Industriestandort übernommen hat.“

Gemeinsam mit seiner Mutter Waltraud und seinem Bruder Helmut wurde er 2014 mit dem "Silbernen Komturkreuz des Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich“ ausgezeichnet. 

Das Requiem mit Verabschiedung Wolfgang Welsers in der Ybbsitzer Pfarrkirche wird am Freitag, 13. Februar, um 12 Uhr stattfinden. 
 

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