Trauer in Niederösterreich um verstorbenen Ex-Bürgermeister

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Manfred Gruber starb nach schwerem Leiden im 61. Lebensjahr. Er ist der zweite verstorbene Ex-Ortschef binnen zwei Monaten. Gruber kämpfte gegen Aus der Polizeistation und der Ybbstalbahn.

Die Trauerflaggen sind in der Ybbstalgemeinde Hollenstein aufgezogen. Dort ist mit dem früheren Bürgermeister Manfred Gruber, 60, binnen zwei Monaten der zweite Bürgermeister außer Dienst verstorben. Schon Ende November des Vorjahres musste mit Josef Gruber, 75, ein Hollensteiner, der von 1988 bis 1996 Ortschef der Gemeinde war, für immer verabschiedet werden.

Manfred Gruber war am 24. Jänner nach längerem schweren Leiden gestorben. Er war zwei Jahrzehnte lang innerhalb der sozialdemokratischen Fraktion in der Gemeinde ein Initiator und Motor, der in vielen Funktionen und bei vielen Projekten eine Führungsrolle einnahm. Als im Jahr 2013 der damalige Bürgermeister Franz Gratzer nach einem tragischen Unfall starb, übernahm Gruber auch an der vordersten Stelle in der Gemeinde die Verantwortung.

Neben seinen beruflichen Herausforderungen ging der ausgebildete Maschinenbauingenieur Gruber mit großem Engagement und viel Herzblut an Werk und übte das Amt bis 2016 aus. Dann übernahm Hollensteins aktuelle SPÖ-Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer das höchste Amt im Ort.

Grubers dreijährige Amtszeit war von einschneidenden Ereignissen geprägt gewesen. So erinnert sich auch der KURIER-Reporter an einen völlig aufgebrachten und kämpferischen Kommunalpolitiker, der 2014 die Ankündigung, dass die Hollensteiner Polizeiinspektion aufgelassen werden soll, als "Frechheit" bezeichnete.

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2016 übernahm Manuela Zebenholzer das Bürgermeisteramt von Manfred Gruber. 

So wie diese "Hiobsbotschaft“ wollte Gruber auch die Auflassung der Ybbstalbahn nicht voll akzeptieren. Ein mächtiger Murenabgang beim Gallenzer Kogel im Jahr 2015, der auch einen Katastrophenhilfseinsatz des Bundesheeres erforderte, war eine weitere große Herausforderung für Bürgermeister Gruber.

Gemeindevertreterverband

"Manfred Gruber hat fast ein Vierteljahrhundert mit großem Einsatz für seine MitbürgerInnen gearbeitet. Dafür sind wir ihm großen Dank und Respekt schuldig. Unser Mitgefühl ist jetzt bei seinen Verwandten und engen Freunden“, bekundete NÖ GVV-Präsident Andreas Kollross seine Anteilnahme.

Gruber sei bei wesentlichen Grundsteinen für die Weiterentwicklung der Gemeinde maßgeblich beteiligt gewesen. Dazu gehörten Planungs- und Vorbereitungsarbeiten für den Ausbau von Bildungsinfrastruktur sowie von Straßenbau-, Hochwasserschutz- und Gemeindeentwicklungsmaßnahmen.

Der Verstorbene sei auch vielfach im geselligen und gesellschaftlichen Leben der Gemeine involviert gewesen, heißt es in der Beileidsbekundung des GVV. So war er Mitbegründer des Veranstaltungsvereins Oberes Ybbstal und unterstützte den Erhalt und die Belebung des Hollensteiner Ybbs-Strandbades intensiv.

Bürgermeister außer dienst manfred Gruber

Manfred Gruber starb im 61. Lebensjahr. 

Auch unter den Gemeinderepräsentanten ist die Betroffenheit groß. "Die Gemeinde Hollenstein verliert mit Manfred Gruber einen Menschen, der sich mit großer Loyalität und Herzlichkeit für das Wohl der Gemeinde eingesetzt hat“, teilte Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer zum Ableben ihres Amtsvorgängers mit. 

Man werde ihm ein ehrendes und dankbares Andenken bewahren. „Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden“, so Zebenholzer. 

Requiem

Die feierliche Verabschiedung findet mit dem Urnenbegräbnis am Samstag, den 7. Februar, um 11 Uhr mit einem Requiem in der Pfarrkirche Hollenstein statt. 

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