Traiskirchen: Weniger Flüchtlinge, zu wenig Spenden

Derzeit finden die Aktivitäten von Connect Traiskirchen in einer ehemaligen Semperithalle statt
Die Caritas musste erstmals die Kleiderausgabe absagen: Es fehlte an Spenden.

Die gute Nachricht: Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge (UMF) in der Erstaufnahmestelle Traiskirchen sinkt. Die schlechte: Auch jene der Helfer geht zurück. Die Caritas musste diese Woche erstmals eine Kleiderausgabe absagen – es fehlte an T-Shirts, Pullovern und Hosen. Auch bei Connect Traiskirchen sucht man händeringend nach Freiwilligen für das Freizeitprogramm am Freitag.

Nur noch 660 von 1600 Menschen in der Erstaufnahmestelle waren zuletzt laut Innenministerium UMF. Nur noch, weil wenige Wochen zuvor über 1000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Traiskirchen lebten. "Die Zahl ist stark zurückgegangen. Einerseits wegen neuer Quartiere der Länder, andererseits, weil wir selbst welche geschaffen haben", erklärt Karl-Heinz Grundböck, Sprecher des Innenministeriums.

Aus dem Blickfeld

Der Fokus hat sich verlagert. Erst Nickelsdorf und dann Spielfeld haben Traiskirchen als Synonym für die Probleme mit dem Flüchtlingsstrom abgelöst. Das merken auch die Helfer.

"Wir brauchen speziell Kleidung für 13 bis 18-Jährige und Schuhe in den Größen 39 bis 43", erklärt Caritas-Sprecher Martin Gantner. Zu Zeiten der massiven Überbelegung konnte man sich der Kleiderspenden kaum erwehren.

Immer montags, mittwochs und freitags wird die Kleidung an Flüchtlinge ausgegeben. Mit einem Facebook-Aufruf, der weit über 3000-mal geteilt wurde, konnte die heutige Ausgabe gerettet werden. "Es ist natürlich gut zu wissen, dass wir auf diesem Weg noch immer sehr schnell sehr viele Menschen erreichen – der Aufruf bleibt aber jedenfalls aufrecht", erklärt Gantner. Spenden abgeben kann man auf dem ehemaligen Semperitgelände.

Freiwillige gesucht

Dort beschäftigt Connect Traiskirchen jeden Freitag 250 bis 350 Jugendliche. Kochen, Basteln, Sport und Spiele werden in einer alten Produktionshalle angeboten. "Wir warten nicht auf bessere Zeiten, wir machen sie", lautet das Motto von Michael Kögl und seinem Team.

Sogar Freiwillige aus Kanada und Großbritannien hatte man schon zu Gast. "Aber natürlich ist es nicht leicht, immer ausreichend Freiwillige zu finden. Für einen reibungslosen Ablauf brauchen wir 30 Menschen", sagt Kögl.

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