Alarm um einen Wolf im Bezirk Lilienfeld. Das Raubtier könnte seit Tagen in der Region unterwegs sein

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Bezirk Lilienfeld
02/06/2014

Tote Mufflons geben Rätsel auf

Im Raum Türnitz könnte ein Wolf unterwegs sein. Gesichtet wurde das Raubtier zwar noch nicht, doch es wurden gerissene Mufflons gefunden.

von Johannes Weichhart

Die Beweislage ist nicht eindeutig, Kriminalisten würden sie wahrscheinlich als dürftig bezeichnen. Und auch der Täter konnte noch nicht eindeutig identifiziert werden. Fest steht nur: Es gibt einige Todesopfer.

In den Wäldern rund um Türnitz im Bezirk Lilienfeld wurden in den vergangenen Wochen gerissene Mufflons gefunden. Laut Krone könnte es sich um einen Wolf handeln, doch es gibt wenig Spuren. „Dadurch dass der Schnee so rasch geschmolzen ist, können wir nicht sagen, ob es Hunde oder ein Wolf war“, berichtet Bezirksjägermeister Martin Schacherl. Auch bestätigte Sichtungen habe es noch nicht gegeben. Schacherl: „Die Jäger im Bezirk werden wachsam bleiben, wir können ja nichts ausschließen. Denn gefährlich kann es werden, wenn sie im Rudel unterwegs sind.“

Unterdessen verfolgen die Experten des World Wide Fund For Natures (WWF) die Berichte aus Türnitz mit großem Interesse. Noch sind aber keine Experten ausgerückt, um DNA sicherzustellen.

Geschützt

Christian Pichler ist ein Fachmann, wenn es um Wölfe geht. Pro Jahr halten sich drei bis sieben Wölfe in Österreich auf. „Sie kommen aus drei Richtungen. Italien, Slowenien bzw. Kroatien und aus den Karpaten“, berichtet der WWF-Mitarbeiter. Manche Tiere würden sich nur wenige Tage in Österreich aufhalten.

Die Bevölkerung muss sich allerdings keine Sorgen machen. „Sie sind äußerst scheu, in den meisten Fällen meiden sie Dörfer und Städte“, berichtet Pichler. Zum Vergleich: In den vergangenen 50 Jahren habe es laut Pichler neun Todesfälle im Zusammenhang mit Wölfen in Europa gegeben. „Durch Bienenstiche kamen Zehntausende um“, erklärt der WWF-Experte.

Übrigens: Die Raubtiere genießen einen sehr hohen Status bezüglich des Artenschutzes. „Sie können also nicht einfach von einem Jäger abgeschossen werden“, betont Pichler. Einige Tiere wurden in der Vergangenheit auch mit einem Sender ausgestattet, um ihre „Reiserouten“ mitverfolgen zu können.

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