Chronik | Niederösterreich
10.07.2017

"Tornado" beim Flughafen Wien Schwechat gesichtet

Seltenes Wetterphänomen in Niederösterreich.

In den sozialen Netzwerken kursieren Bilder, die man sonst nur vom mittleren Westen der USA kennt. Der dunkle Schlauch in den Regenwolken schaut aus wie ein Tornado.

Probleme mit dem Flugverkehr gab es lediglich in Zusammenhang mit einem Gewitter, das zu dieser Zeit in der Gegend niederging. Schwechat (Bezirk Bruck a.d. Leitha) ist am frühen Montagabend ein Unwetter-Hotspot in Niederösterreich gewesen. Die Feuerwehr verzeichnete Einsätze in der Stadt und auf dem Flughafen Wien, teilte Franz Resperger vom Landeskommando NÖ auf Anfrage mit.

Laut Resperger rückten acht Feuerwehren aus, unter ihnen jene des Flughafens. Etwa ein Dutzend Einsätze waren zu bewältigen. Es handelte sich dabei primär um Auspumparbeiten. Vereinzelte Unwettereinsätze waren nach Angaben des Sprechers auch in den Bezirken Mistelbach, Gänserndorf und Mödling zu verzeichnen.

Tornados sind Wirbelstürme, die bei großen Temperaturunterschieden entstehen. Sie haben die Gestalt eines rotierenden Schlauchs, der von einer Regenwolke bis zum Erdboden reicht. Trotz ihres relativ geringen Umfangs verfügen sie über die stärkste Energie aller Wirbelstürme und können schwerste Verwüstungen anrichten.

Die Windgeschwindigkeit innerhalb des Wirbels mit einem Durchmesser von einigen Dutzend bis zu wenigen 100 Metern kann in Extremfällen bis zu 500 Stundenkilometer betragen. Schon nach relativ kurzer Zeit verschwinden die Wirbel wieder, können aber innerhalb ihrer kurzen Lebensdauer bis zu etwa 30 Kilometer weit ziehen.

Meist entstehen die Wirbelstürme bei Gewittern. Wenn an der Erdoberfläche die Luft stark erhitzt wird, steigt sie hoch und ballt sich zu Gewitterwolken. Bei heftigen Gewitterböen kann die Steiggeschwindigkeit bis zu 40 Meter pro Sekunde betragen. Die Luft unter der Böe beginnt dann immer schneller zu rotieren und bildet den typischen Schlauch aus aufgewirbeltem Staub. Da aus jeder starken Gewitterzelle ein Wirbel entstehen kann, ist die Vorwarnzeit äußerst kurz: Trotz ausgefeilter Radartechnik können Tornados im besten Fall einige Stunden vorher festgestellt werden.

Gewitter über Wien

An die 100 Einsätze der Berufsfeuerwehr hat am Montag ein Gewitter mit Starkregen und Hagel in Wien zur Folge gehabt. Überflutete Fahrbahnen, Wasser, das durch Decken in Gebäude drang und Wassereinbrüche hielten die Einsatzkräfte auf Trab, berichtete Feuerwehrsprecher Lukas Schauer.

Die Unwetter nahmen gegen 16.00 Uhr im südlichen Stadtgebiet ihren Ausgang und breiteten sich infolge aber auf die gesamte Bundeshauptstadt aus. Da gegen 17.30 Uhr noch einige Einsätze am Laufen waren und daher entsprechende Berichte noch ausständig waren, gab es keine näheren Angaben zu etwaigen Schäden.