Chronik | Niederösterreich
07.12.2017

Telefondienst für Niederösterreich: Hilfesuche bei der Landeshauptfrau

Am KURIER-Telefon stand Johanna Mikl-Leitner den Anrufern Rede und Antwort.

Probleme mit den Nachbarn oder der Mindestsicherung, Sorge wegen Verkehrsbelastung oder Windparkprojekten – bei ihrer ersten KURIER-Telefonsprechstunde am Mittwoch wurde Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit vielen Anliegen konfrontiert. Das Telefon klingelte ohne Pause. Auch Tipps wollte sich eine Dame holen: "Wie machen Sie das, dass Sie immer so gestylt sind?"

Es ist bereits Tradition, dass das nö. Landesoberhaupt vor Weihnachten den KURIER-Lesern Rede und Antwort steht. "Schön, dass es geklappt hat", freute sich eine Anruferin aus Lichtenwörth, als sich Mikl-Leitner meldete. Wie die Landeshauptfrau zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit stehe, wollte sie wissen. Vor allem der Verlust von Ackerland und der Bau von Einkaufszentren am Ortsrand bewegte sie. "Es ist so schade, dass in Wiener Neustadt die Innenstadt stirbt und alle an den Rand einkaufen fahren."

Nachhaltigkeit und Umweltschutz seien ihr sehr wichtig, versicherte Mikl-Leitner. Sie erklärte, dass bereits Maßnahmen gesetzt wurden, damit EKZ nicht mehr auf der "grünen Wiese" gebaut werden. Und auch in Wiener Neustadt sei man mit dem Marienmarkt "auf dem richtigen Weg".

Um die Umwelt, konkret um den geplanten Windpark bei Wullersdorf, ging es auch einem Weinviertler aus dem Pulkautal. Man habe Mikl-Leitner bereits eine Petition überreicht, erzählt der Projekt-Gegner, der sich für ein unberührtes Pulkautal einsetzt. "Ich kann Ihnen nur versichern, dass das Projekt strengstens geprüft wird. Ich kenne das Anliegen, ich kenne die Sensibilität", sagte die Landeshauptfrau.

Verkehr als Sorgenkind

Auch das Thema Verkehr ließ so manchen Leser zum Hörer greifen. So klagte ein Anrufer, dass es trotz vieler Fahrzeuge noch immer keine Lösung für einen Fußgängerübergang in Zwölfaxing gebe. Einen anderen verunsicherten die Planungen zu einer geplanten Auffahrt auf die Kremser Straße B 37, die dreispurig ausgebaut werden soll. Die Landeshauptfrau versprach, sich die Fälle anzusehen. Ein Rückruf wurde für nächste Woche versprochen.

Generell schrieben ihre Mitarbeiter Nummern und Anliegen mit. Ihrem behinderten Sohn sei die Mindestsicherung gestrichen worden, klagte eine Dame aus dem Wiener Umland. Ein Mann aus dem Raum Melk hat ein wasserrechtliches Problem mit dem Nachbarn. Geduldig ließ sich Mikl-Leitner die Anliegen erklären und versprach zu unterstützen, wo sie könne.

Die Landtagswahl am 28. Jänner und auch die aktuellen Regierungsverhandlungen bewegten die Niederösterreicher. Wie Mikl-Leitner zur Zusammenlegung der Krankenkassen stehe, wollte ein Anrufer wissen? Die Leistungen müssten für alle Österreicher gleich sein, alles andere sei "ungerecht". Da stimmte die Landeshauptfrau zu. "Ganz wichtig ist, dass wir eine Leistungsharmonisierung brauchen."

Dass künftig trotz Abschaffung des Pflegeregresses das 13. und 14. Gehalt einbehalten werden könnte, fürchtete eine Seniorin, deren Mann im Agnes-Heim in Klosterneuburg betreut wird – sehr gut übrigens, wie sie betont. "Das wäre sehr schlimm". "Machen Sie sich keine Gedanken", beruhigte Mikl-Leitner. "Das ist nicht die Position unseres künftigen Kanzlers und auch nicht meine."

Rat und Hilfe

Auch Expertisen erreichten Mikl-Leitner. So hatte der Gemeindearzt von Auersthal, Bezirk Gänserndorf, ein eigenes Konzept zur ärztlichen Versorgung des ländlichen Raums zusammengestellt. Denn er befürchtet, dass mit den geplanten Primärversorgungszentren den Bedürfnissen am Land nicht Rechnung getragen werde.

"Es braucht selbstverständlich beides, Ordinationen der Praktiker und die Zentren", stimmte ihm die Politikerin zu. Und gab ihm ihre eMail-Adresse.