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Neue Partei in St. Pölten? ÖVP-Rebellin geht eigenen Weg

Nach internen Streitigkeiten setzt die Gemeinderätin auf Opposition – und denkt über ihre Zukunft im Stadtparlament nach.
Eine lächelnde Frau mit blonden Haaren steht vor einem Bücherregal.

Zusammenfassung

  • Susanne Binder-Novak verlässt nach Streitigkeiten die ÖVP und agiert nun als unabhängige Gemeinderätin in St. Pölten.
  • Sie schließt einen Wechsel zur FPÖ aus und denkt stattdessen über eine eigene Bürgerliste oder Partei nach.
  • Binder-Novak sucht den Dialog mit Bürgern und will als kritische Oppositionsstimme im Stadtparlament auftreten.

Die Gemeinderatswahl im Jänner 2026 in St. Pölten brachte gleich zwei Überraschungen mit sich: Die SPÖ verlor nach Jahrzehnten ihre absolute Mehrheit, und die ÖVP eine ihrer wichtigsten Mitstreiterinnen.

Susanne Binder-Novak verließ nach internen Streitigkeiten die Volkspartei. Sie war der Meinung, dass man sie bei der Besetzung des Stadtrats hätte berücksichtigen müssen. Binder-Novak, die als Rechtsanwältin tätig ist, hatte bei der Wahl mehr als 500 Vorzugsstimmen erhalten.

Allerdings war es kein Abschied aus der Politik: Sie ist weiterhin im Gemeinderat aktiv – als wilde Abgeordnete. „Es ist wichtig, dass es eine kritische Opposition gibt. Diesen Platz möchte ich einnehmen; die Grünen sind seit ihrer Regierungsbeteiligung ja komplett umgefallen.“

„Wertkonservativ, etwas grün angehaucht“

Viel wurde in den vergangenen Monaten darüber spekuliert, ob Binder-Novak bei der SPÖ oder gar bei den Freiheitlichen andocken könnte. Nun sieht es aber ganz danach aus, als wolle sie ihren eigenen Weg gehen. „Ein Wechsel zur FPÖ ist für mich absolut nicht denkbar. Ich bin wertkonservativ, etwas grün angehaucht. Das würde ja überhaupt nicht zusammenpassen.“

Heute veranstaltet die ehemalige ÖVP-Politikerin unter dem Motto „Deine Stadt. Deine Ideen. Deine Zukunft“ im Café Wellenstein einen Informationsabend. Es gehe darum, so Binder-Novak, mit den Bürgerinnen und Bürgern über Themen zu sprechen, die bei der kommenden Gemeinderatssitzung auf der Tagesordnung stehen.

Allerdings klingt es auch ein wenig so, als würde sie bereits darüber nachdenken, ob sie künftig mehr als nur eine wilde Abgeordnete sein möchte. 

„Bürgerliste ist denkbar“

„Ich möchte mich mit den Menschen treffen, um Inhalte zu besprechen, die in den Gemeinderatssitzungen diskutiert werden. Wie ist da ihre Sicht der Dinge – das ist es, was mich interessiert. Es soll eine Plattform entstehen. Ob ich eine eigene Partei gründe, weiß ich noch nicht. Eine Bürgerliste wäre denkbar.“

Die nächsten Monate könnten in der Stadtpolitik also noch spannend werden.

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