© Grafik: Schimper/Quelle: Surao

Atomkraft
12/17/2014

Suche nach Atommüll-Lager geht weiter

Tschechisches Entsorgungskonzept: Standorte nahe der österreichisches Grenze werden untersucht.

von Jürgen Zahrl

Die tschechische Atommüllagentur "Surao" muss einsehen, dass sich nicht einmal die tschechischen Gemeinden mit Geld umstimmen lassen. Obwohl den Bürgermeistern in den sieben nominierten Standortkommunen jeweils 47.000 Euro Motivationszahlungen versprochen werden, legten sie Berufung gegen die bewilligten Oberflächen-Untersuchungen für ein geplantes Atommüll-Endlager nahe der Grenze zu Nieder- und Oberösterreich ein.

Auswege

Während der Widerstand gegen ein grenznahes Endlager für hochradioaktive Brennstäbe in Österreich immer größer wird, gibt die tschechische Regierung die Suche nach einem geeigneten Standort nicht auf. Im Gegenteil. "Da sich die Gemeinden an den bisher nominierten Standorten gegen das Atommüll-Endlager wehren, denkt die tschechische Regierung nun schon über neue Auswege nach", erklärt Patricia Lorenz, Atom-Sprecherin der Umweltschutzorganisation "Global 2000". Sie kennt bereits das gestern verabschiedene Entwurfspapier, in dem das tschechische Entsorgungskonzept neu festgelegt ist. Zunächst sollen die sieben vorgeschlagenen Standorte – darunter vier mögliche Lagerstätten nahe der Grenze zu Ober- und Niederösterreich – weiter untersucht werden. "Sollte sich jedoch hier kein Endlager errichten lassen, so können weitere Standorte in Betracht kommen", betont Lorenz. Das bedeutet, dass einerseits wieder der Reserve-Standort Boletice, wenige Kilometer von OÖ entfernt, andererseits Standorte im Umkreis der Atomkraftwerke Temelin und Dukovany ins Spiel gebracht werden. Für den oö. Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) nichts Neues. Von Beginn an sei der Beisatz "Reserve, falls die anderen Standorte nicht möglich sind" angefügt gewesen.

Umweltverträglichkeitsprüfung

Unterdessen steht fest, dass der Entwurf der tschechischen Atommüllkonzeption einer strategischen Umweltverträglichkeitsprüfung (SUP) unterzogen werden muss. "Daran kann sich auch Österreich beteiligen. Die Regierung muss sich gegen die grenznahen Standorte und gegen die teilweise fahrlässige Vorgangsweise der tschechischen Behörden bei der Endlagersuche deutlich aussprechen", fordert Lorenz. Dass es kein grenznahes Endlager geben darf, da sind sich Umweltministerium und die Bundesländer einig. NÖ-Landesrat Stephan Pernkopf: "Es ist erfreulich und logisch, dass auch die tschechischen Gemeinden ein Atommüll-Endlager klar ablehnen. Das Land NÖ hat diese Ablehnung schon lange klar ausgesprochen und wird dies auch weiterhin tun."

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