Amstetten startet Sicherung alter Stollenanlagen
Bei einer Informationsveranstaltung wurde das BAuprojekt vorgestellt.
Zusammenfassung
- Ab Juni 2026 werden die instabilen Weltkriegsstollen unter Amstetten durch Verfüllung gesichert, um Risiken für die darüberliegenden Siedlungen zu minimieren.
- Für die Verfüllung werden auf 1,6 Kilometern 150 Bohrlöcher angelegt, wobei die Bauarbeiten bis November 2026 abgeschlossen sein sollen.
- Eine Ombudsstelle mit Mediatorin wurde eingerichtet, um Anliegen und Beschwerden der Anrainer während des Projekts zu bearbeiten.
Was jahrzehntelang verborgen blieb, rückt nun in den Fokus: 36 Meter unter Amstetten befinden sich Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg. Alte Stollenanlagen, die zunehmend zum Risiko werden. Das groß angelegte Bauprojekt zur Sicherung der Stollen beginnt im Juni. Bei einer Informationsveranstaltung 15. April wurde das Projekt vorgestellt.
11.000 Menschen fanden in den insgesamt zwei Kilometer langen und weit verzweigten Stollen Schutz vor Luftangriffen. Moderne Untersuchungen zeigen nun ein klares Bild: Die Substanz bröckelt. Mithilfe von Laserscans und geologischen Analysen wurde in den vergangenen Jahren eine zunehmende Instabilität festgestellt, verursacht durch Alterung und natürliche Veränderungen im Gestein.
Die Stollen liegen im Zentrum von Amstetten.
40 bis 50 Grundstücke betroffen
Am Reitbauernberg sowie am Kreuzberg finden sich rund 40 bis 50 Liegenschaften über den Tunneln. Um die Stollen und die darüberliegenden Siedlungen zu sichern, werden sie verfüllt. Dazu auf einer Strecke von 1,6 Kilometer oberirdisch 150 Löcher gebohrt, über die Verfüllmaterial in die Hohlräume eingebracht wird. Aktuell läuft die Ausschreibung der ausführenden Baufirmen.
Eine Replikation des Stollens wurde präsentiert.
"Wir haben uns zum Ziel gesetzt, eine nachhaltige, ökonomische und ökologisch vertretbare Verfüllung der verfallenden Stollenanlagen zu gewährleisten. Wir arbeiten auf eine langfristige Stabilisierung des Untergrundes in den betroffenen Wohngebieten hin", erklärt Burghauptmann Reinhold Sahl.
Fertigstellung bis November
Zuerst werden an Gebäuden, Grundstücken und öffentlichen Flächen Beweise gesammelt sowie das Baufeld freigemacht. Anschließend folgen Erkundungs- und Verfüllbohrungen.
Das Verfüllmaterial wird dann eingebracht und durch Kernbohrungen laufend evaluiert. Die Bauphase soll bis November 2026 abgeschlossen sein, dann beginnt der Rückbau temporärer Einrichtungen und die vollständige Wiederherstellung der betroffenen Grundstücke und Flächen.
Auch eine Ombudsstelle wurde eingerichtet, die mit der Mediatorin Karin Wiesinger besetzt wurde. Sie ist die Anlaufstelle für Anrainerinnen und Anrainer, wenn Fragen oder Beschwerden zum Projekt auftauchen.
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