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„Sehr traurig“: Aus für traditionsreichen Knabenchor

Die Altenburger Sängerknaben hatten zuvor mit Finanzen und Nachwuchs zu kämpfen. Nun folgte das Aus.
Kinder laufen fröhlich durch einen Klostergang.

Wenn im Stift Altenburg eine Messe gefeiert wurde, erklangen dabei häufig die Stimmen der Sängerknaben im barocken Benediktinerkloster. Lange Zeit galt der Chor als musikalisches Aushängeschild des Stifts. Mit dem vergangenen Schuljahr ist die mehr als 60-jährige Geschichte des Ensembles nun endgültig zu Ende gegangen. „Sehr belastend und sehr traurig“ – so beschreibt Martin Wadsack die Situation. „Den Namen Altenburg assoziiert man weithin mit den Sängerknaben“, sagt der Stiftsorganist, der den Chor elf Jahre lang leitete.

Als Beginn des Niedergangs sieht Wadsack die Zeit rund um die Corona-Pandemie. „Über zwei Jahre lang war keine Nachwuchsarbeit möglich – keine Auftritte, keine Werbemaßnahmen in Schulen.“ Auch die eng mit dem Chor verbundene Nachmittagsbetreuung sei kaum nachgefragt worden. Gleichzeitig ging der damalige Internatsleiter in Pension, was die Situation zusätzlich erschwert habe.

Letzter Versuch gescheitert

Im Herbst 2022 war der Chor auf nur noch zwei Mitglieder geschrumpft. Durch eine Neuausrichtung – weg von der Betreuung, hin zu einem eigenständigen Angebot – gelang es, die Zahl wieder auf 14 zu erhöhen. Es wurde erneut regelmäßig gesungen, Messen gestaltet und Konzerte gegeben. „Aber die Finanzierung war immer eine große Schwierigkeit“, sagt Wadsack. Das Thema Geld habe dazu geführt, dass die Sängerknaben auch innerhalb des Hauses umstritten gewesen seien.

Die Preissteigerungen der vergangenen Jahre verschärften die Lage weiter. Bereits im Frühjahr 2025 fiel daher die Entscheidung, die Altenburger Sängerknaben aufzulösen. Ein weiteres Jahr lang wurde noch versucht, den Chor mit Unterstützung des Landes sowie in Zusammenarbeit mit der Musikschule und dem Bundesschülerheim in Horn aufrechtzuerhalten.

Viel Freundschaft, viel Gemeinschaft

Der Versuch scheiterte. „Dabei hatte es im vergangenen Sommer eigentlich gut ausgesehen“, meint Wadsack. Bei einem Camp im August habe durchaus Interesse bei einigen Kindern bestanden.

Dass der Chor nun nicht weitergeführt werden kann, empfindet Wadsack als bitter – insbesondere mit Blick auf die neun verbliebenen Mitglieder des Ensembles. Sie seien auch der Grund gewesen, warum er sich bis zuletzt für den Fortbestand der Sängerknaben eingesetzt habe. „Da waren natürlich viel Freundschaft und viel Gemeinschaft“, sagt Wadsack. Entscheidend sei nicht nur das Singen gewesen, sondern das Miteinander.

Nach der Auflösung der Sängerknaben bleibt Wadsack weiterhin als Stiftsorganist sowie als Leiter des Stiftskirchenchores in Altenburg tätig.

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