„Doppelte“ Stadterhebung: Scheibbs feiert 100-jähriges Jubiläum
Der historische Scheibbser Rathausplatz ist Zentrum der Feierlichkeiten im Juni.
Wenn die Stadt Scheibbs im heurigen Jahr ihr 100-jähriges Stadtjubiläum feiert, rückt auch die regionale Geschichte des Spätmittelalters in den Fokus. Denn eigentlich sollte Scheibbs schon seit fast 700 Jahren ein Stadtwappen führen. Aber eine Art politische Verwaltungspanne verhinderte das. Die Korrektur erfolgte mit der Stadterhebung im Jahr 1926.
Mittelalter
Die historische Bedeutung des mittelalterlichen Scheibbs wurde 1352 vom Habsburger-Herzog Albrecht II. forciert. Sechs Jahre vor seinem Tod äußerte der Gründer der Kartause Gaming den Willen, dem Ort das Stadtrecht zu verleihen, wenn eine Stadtmauer errichtet würde. Gleichzeitig gewährte er gleich das "Marktrecht“ indem er die Abhaltung eines Jahrmarkts gestattete.
Über die Jahrhunderte – geprägt durch die Kartause Gaming und wechselnde Herrschaften – geriet der formelle Status jedoch in Vergessenheit, obwohl eine Stadtmauer errichtet worden war. Scheibbs wurde als „Markt“ geführt, was ebenfalls viele Privilegien mit sich brachte. „Runde“ Stadtjubiläen, die sich auf das Jahr 1352 bezogen, wurden in den Jahren 1952 oder auch 2002 dennoch gefeiert.
Verwaltungszentrum
Das Marktrecht förderte Handel und Wirtschaft und trug zur Entwicklung des Orts bei. Scheibbs wurde zum Gerichts- und Verwaltungszentrum mit der Bezirkshauptmannschaft, samt Krankenhaus und einer weithin bekannten Bürgerschule.
Verleihung
1926 beantragte dann der örtliche Gemeinderat bei der nö. Landesregierung die offizielle Verleihung des Stadtrechts, was 25. Juni 1926 auch geschah. "Wir feiern 2026 also das offizielle Jahrhundert-Jubiläum der Erhebung von 1926 und gleichzeitig unsere über 670-jährige Tradition als urbanes Herz des Erlauftals“, teilte die Stadtregierung zum Auftakt des Jubiläumsjahres mit.
Das Ereignis biete die Möglichkeit, um Mitarbeitern, Vereinen und vor allem den Bürgern Danke zu sagen, sie hätten Scheibbs zu "einer Stadt mit Herz, Geschichte und einer klaren Vision für die Zukunft“ gemacht, hieß es im offiziellen Statement.
Zum Feiern werde man die Woche um das Stadtfest vom 23. bis 28. Juni nutzten, kündigte Bürgermeister David Pöcksteiner (SPÖ) an. Alle Generationen sollen sich dabei wiederfinden. Das Programm – eine Mischung aus Tradition und Moderne – richte sich jedenfalls auch nach der nicht rosigen finanziellen Lage der Stadt, so der Stadtchef.
Das Logo für das 100-jährige Stadtjubiläum schufen Schüler.
Zentrale Stelle wird eine große Bühne am Rathausplatz mit Konzerten der Musikschule, einer Tanzveranstaltung und einem großen Konzert am 27. Juni, sein. Im Gedenken an den als "Ehrenscheibbser“ bezeichneten Liedermacher Georg Danzer, der heuer 80. Jahre alt würde, steigt das Konzert "Danzer Mania“.
Austropopper
Mit dem Hit "Von Scheibbs nach Nebraska“ hatte Danzer eine Beziehung zur Stadt an der Erlauf aufgebaut. Freundinnen und Weggefährten des Austropoppers werden auftreten. Dabei sind einstige Bandmitglieder, wie Ulli Bäer, Lenny Dickson, Thomas Mora und Martin Mader; auch Andy Baum, Tini Kainrath und Eva Maria Marold haben zugesagt.
Tags darauf folgt dann der zünftige Abschluss der Feierwoche mit Festmesse, Festakt und Frühschoppen.
Schülerinnen der 3a der Sportmittelschule schufen das Festlogo: Bürgermeister Pöcksteiner (2.v.r.) bedankte sich.
Anlässlich des Jubiläums wurden die Scheibbser Schulen zu einem Logo-Wettbewerb für das Festjahr eingeladen. Begabte Kids der 3a der Sportmittelschule machten das Rennen. Ihr Siegerlogo wird heuer omnipräsent sein.
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