Stalking-Prozess in St. Pölten: Eifersucht und schwere Vorwürfe
Der Prozess findet am Landesgericht St. Pölten statt.
Eigentlich war zu Prozessbeginn bereits alles angerichtet: Der Anwalt der Angeklagten schlug eine Diversion vor, der Richter schien nicht abgeneigt, doch dann kam alles anders. Denn jene Frau, die eine andere Frau beharrlich verfolgt haben soll und dafür nun in St. Pölten vor Gericht stand, stellte wieder alles auf den Kopf.
Aber der Reihe nach: Die Österreicherin, die in der Türkei geboren ist, ein Kopftuch trägt und sich als „wertkonservativ“ bezeichnet, verkraftete es nicht, dass sich ihr Mann von ihr trennte.
Brief voll mit Vorwürfen
Es folgte nicht nur ein „grauslicher Scheidungsprozess“ (Anwalt der Angeklagten), die Verlassene soll auch immer wieder die neue Freundin des Ex aufgesucht haben. Sie tauchte vor ihrem Haus auf, verfolgte sie bei Bahnfahrten und soll sogar einen Brief an den Arbeitgeber der Serbin geschrieben haben, in dem sie die neue Lebensgefährtin verunglimpft.
Prozess wurde vertagt
In ihrer Einvernahme durch den Richter betonte die 45-Jährige zwar, dass sie sich geständig zeige, doch dann kam alles anders. So oft sei sie gar nicht bei der Serbin aufgetaucht, meinte sie plötzlich, und eigentlich habe sie nur beweisen wollen, dass ihr Mann eine Affäre habe.
„Wissen Sie eigentlich, was das Wort beharrlich heißt?“, will der Richter schließlich wissen. Sie weiß es nicht. Und auch mit der Serbin gibt es Verständigungsprobleme, bis der Vorsitzende schließlich beschließt, die Verhandlung zu vertagen, weil Dolmetscher benötigt werden.
Ein letzter verzweifelter Versuch des Anwalts, doch noch ein schnelles Urteil zu bekommen („Was das alles wieder für zusätzliche Kosten verursacht!“), blieb unerhört. „Ich muss mir ja ein Bild von der ganzen Sache machen“, sagte der Richter.
Es wird bald wieder verhandelt.
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