Chronik | Niederösterreich
10.12.2018

St. Pölten: Schaf im Garten geschächtet, Diversion für Türken

Angeklagter vergrub den Kadaver, das Fell warf er in die Restmülltonne. "In unserer Religion ist das so", sagte er.

Wegen Tierquälerei musste sich am Montag ein 52-jähriger Türke am Landesgericht St. Pölten verantworten. Der Mann hatte im August ein Schaf in seinem Garten geschächtet, den Kadaver vergrub er dort, das Fell warf er in die Restmülltonne. Dass er damit gegen das Gesetz verstoßen hatte, wollte er nicht so recht gewusst haben, bei dem Prozess bekannte er sich aber dennoch schuldig.

"Sie wissen schon, dass das Tier unnötige Qualen gelitten hat?", fragte der Richter den Mann. "Nein, in unserer Religion ist das so", lautete die Antwort. Rechtsanwalt Nikolaus Rast wies darauf hin, dass in Österreich das Recht auf freie Religionsausübung herrsche, aber eben auch das Tierschutzgesetz, das Schächten nur unter Aufsicht und in dafür vorgesehenen Einrichtungen erlaube. "Aus meiner Sicht passt das nicht zusammen", betonte Rast.

Der 52-Jährige kam mit einer Diversion davon, die Probezeit beträgt zwei Jahre.