Chronik | Niederösterreich
13.07.2017

St. Pölten: Jugendtrainer verkaufte Todesdroge

33-Jähriger wurde zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, weil er mit Crystal Meth gedealt haben soll.

Er ist ein Mann mit zwei Gesichtern: Einerseits war er ein Nachwuchstrainer beim niederösterreichischen Erstlegisten SKN St. Pölten und soll laut seinen ehemaligen Kollegen erfolgreiche Arbeit im Jugendbereich geleistet haben, andererseits verfiel er immer mehr den Drogen. Dies wurde ihm letztlich auch zum Verhängnis. Am Mittwoch fand sich ein 33-jähriger St. Pöltener auf der Anklagebank im Landesgericht wieder. Der schwere Vorwurf: Er soll unter anderem mit der Todesdroge Crystal Meth gedealt haben. Neben ihm mussten sein Lieferant aus der Slowakei und dessen 34-jährige Lebensgefährtin Platz nehmen.

"Nach der Trennung von meiner Lebensgefährtin, die auch die Mutter meiner beiden Kinder ist, bin ich zu meinen Eltern gezogen. Das Verhältnis zu meinem Vater war schlecht. Dann habe ich begonnen, Drogen zu konsumieren", erzählt der 33-Jährige.Verdeckter ErmittlerEr machte Bekanntschaft mit einem Slowaken, der ihm das Suchtgift besorgte. Einen Teil davon konsumierte er selbst, den Rest verkaufte der Nachwuchstrainer. Allerdings wurden Fahnder des Landeskriminalamtes auf den 33-Jährigen aufmerksam und beschatteten ihn. Schließlich erlangte ein verdeckter Ermittler das Vertrauen des St. Pölteners, es kam am 1. März 2017 zu einer Drogenübergabe auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums in Parndorf. Kurz nachdem das Suchtgift abgewogen wurde, war der Parkplatz voll mit Polizisten. Das Trio wurde verhaftet. Während die Frau nicht sehr glaubwürdig behauptet, von den schmutzigen Geschäften ihres Freundes nichts gewusst zu haben, bekannten sich der Slowake und der 33-Jährige schuldig und zeigten Reue. "Ich bin froh, dass ich erwischt wurde", sagte der St. Pöltener, der für zwei Jahre ins Gefängnis muss. Für die 34-Jährige setzte es eine bedingte, für den Lieferanten eine teilbedingte Strafe. Nicht rechtskräftig.

Übrigens: Als der SKN St. Pölten die Nachricht erhielt, dass einer seiner Betreuer mit Drogen gedealt haben soll, war dieser umgehend seinen Posten los. Bis dahin wusste man aber weder etwas von seiner Sucht noch vom Suchtgifthandel.