bettler, st. pölten

© Johannes Weichhart

St. Pölten
07/09/2013

Der Bettler-Ansturm sorgt für Ärger bei der Bevölkerung

Roma-Familien, die Abbruchhäuser in Beschlag genommen haben, sorgen für Aufregung.

von Johannes Weichhart

Montag, 9 Uhr Früh. Aus einer Bruchbude in der Rennbahnstraße in St. Pölten schlüpfen mehrere Personen. Es sind ausländische Familien, an die Frauen schmiegen sich Kinder, die kaum zwei Jahre alt sind. Aus dem Haus dringt fürchterlicher Gestank, der Müll türmt sich meterhoch.

„Die gehen schon wieder betteln“, sagt ein Mann aus der Nachbarschaft. Seine Garage liegt nebenan, seinen Namen will er nicht in der Zeitung lesen. „Ich will ja kein Problem bekommen.“ Dass die Bettler hier derart hausen, kann der Mitfünfziger nicht verstehen. „Erstens wohnen die da illegal und zweitens arbeiten die nix. Kann man für die nicht woanders Platz schaffen?“ Eine ältere Dame stimmt zu. „Ich verstehe nicht, warum der Bürgermeister nicht hart durchgreift.“

Kurze Zeit später sind die Roma und Sinti dem Stadtchef zumindest örtlich ganz nah. Zuerst gehen sie am Rathausplatz in die Kirche und sprechen dort Gläubige an, ob sie ein paar Euro für sie hätten. Auch Personen, die beim Bankomat Geld abheben, werden belästigt. „Sie kommen sogar ins Geschäft, um zu betteln“, ärgert sich Floristin Renate Hasslmayer.

Anzeigen

Bei der Polizei kennt man das Problem. Nicht nur die Anzeigen wegen aggressivem Schnorren hätten sich heuer verdoppelt, auch die hygienischen Zustände in den Abbruchhäusern, wo die Roma-Familien leben, bereiten Kopfzerbrechen. „Es finden aber Kontrollen statt“, beruhigt Rathaussprecher Martin Koutny. Zudem gab es Dutzende Anzeigen nach dem Meldegesetz. Den Freiheitlichen ist das zu wenig. „Ohne einen Berechtigungsschein sollte in der Stadt gar nicht mehr gebettelt werden dürfen“, sagt Klaus Otzelberger.Auch die ÖVP sieht Handlungsbedarf. „Die Situation ist besorgniserregend. Die Exekutive und die Jugendfürsorge müssen jetzt handeln und das Wohl der Kinder wahren. Es kann nicht sein, dass die Kinder in einer solchen Situation leben müssen und möglicherweise auch noch zum Betteln benutzt werden“, meint Stadtrat Peter Krammer.

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