Chronik | Niederösterreich
12.11.2018

SPÖ Gemeinderäte wollen nicht mehr mit Partei zusammenarbeiten

Weil die SPÖ Langenzersdorf laut Auffassung der Gemeinderäte zu "linksradikale Öffentlichkeitsarbeit betreibt", beenden sie die Zusammenarbeit.

In einer Nacht und Nebel Aktion verkündeten der geschäftsführende Gemeinderat der SPÖ Langenzersdorf, Wolfgang Schleich, und sein Team, dass sie in Zukunft nicht mehr mit der Partei zusammenarbeiten wollen. "Die SPÖ Langenzersdorf ist in den vergangenen Jahren oftmals durch eine fast schon linksradikale Öffentlichkeitsarbeit aufgefallen. Es gab von Seiten der Gemeinderäte zwar immer wieder den Aufruf, dass wir so eine Art und Weise nicht unterstützen, doch das wurde ignoriert", erklärt Schleich.

Aus der Partei austreten wollen drei der vier Gemeinderäte nicht, betont Schleich, der auch zu diesen drei Mandataren zählt. "Der vierte Gemeinderat ist sowieso kein Parteimitglied. Für ihn stellt sich die Frage also gar nicht. Wie das dann sein wird, wenn wir nicht mehr Gemeinderäte sind, weiß ich noch nicht. Das lassen wir uns offen." Unstimmigkeiten in der Langenzersdorfer SPÖ gab es bereits seit Jahren. Der nun anstehende Wahlkampf für die Wahlen 2020 waren nur einer der Gründe für den Vorstoß. Das Ende der Zusammenarbeit bedeutet für Schleich zeitgleich auch, dass die vier Gemeinderäte für die nächste Wahl 2020 nicht mehr zur Verfügung stehen.

Junges Team

Für den stellvertretenden Parteiobmann Christoph Baumgärtel ist diese Androhung kein Grund zur Panik: "Denn für uns war sowieso klar, dass wir unser Team für die kommenden Wahlen verjüngen wollen." Baumgärtel, der oftmals im Fokus der Öffentlichkeit steht und das geheime Aushängeschild der Langenzersdorfer SPÖ ist, nimmt den Vorwurf der "linksradikalen Öffentlichkeitsarbeit" nicht wirklich ernst: "Wir haben uns bereits vor einigen Tagen darauf verständigt, dass wir mit einem neuen Gemeinderatsteam in die nächste Wahl gehen wollen. Das aktuelle Team hat es in den vergangenen 15 Jahren geschafft, von 30 auf 14 Prozent bei den Wahlen zu fallen. Das zeigt, dass sie ihre Arbeit nicht richtig gemacht haben."

Ob der medienaffine Baumgärtel auch Spitzenkandidat bei der nächsten Wahl wird, lässt er sich noch offen: "Das muss bei einer Sitzung entschieden werden. Klar ist aber, dass wir ein jüngeres Team mit einigen Überraschungen aufstellen werden."