Chronik | Niederösterreich
25.04.2017

NÖ: Die SPÖ hat ihren Kandidaten

Parteikreise bestätigen Ex-Polizeigeneral Franz Schnabl.

" Schnabl fix" lautete die knappe SMS-Nachricht, die am Dienstagvormittag in Niederösterreich die Runde machte. Damit haben die Sozialdemokraten nach Monaten des Wartens endlich die Antwort auf die Frage, wer die Landespartei im kommenden Frühjahr in die Landtagswahl führen soll.

Wie auch die „Niederösterreichischen Nachrichten“ berichten, soll sich die Partei in einer überraschend einberufenen Sitzung am Dienstag auf Franz Schnabl (58) als Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2018 festgelegt haben. Aus der Landespartei gab es dazu vorerst keine Bestätigung: "Wir werden unseren Gremien nicht vorgreifen", sagte SPÖ-Geschäftsführer Robert Laimer zum KURIER. Am kommenden Freitag tagen Präsidium und Vorstand. Dass "die Gremien" den ehemaligen Wiener Polizeigeneral und nunmehrigen Personalvorstand von Magna International, der außerdem Präsident des Arbeitersamariterbundes ist, als Spitzenkandidat absegnen, galt am Dienstag bereits als fix.

Chefposten

Dass Parteichef Matthias Stadler so lange keinen Spitzenkandidaten präsentieren konnte und auch selbst nicht gegen ÖVP-Frontfrau Johanna Mikl-Leitner antreten wollte, dürfte ihn nun sein eigenes Amt kosten. Dem Vernehmen nach soll Schnabl nämlich den Parteivorsitz übernehmen. Stadler bleibt Bürgermeister der Landeshauptstadt St. Pölten, wo er mit bequemen 60-Prozent absolut regiert. Er war einer jener SPÖ-Länderchefs, die beim Abgang von Werner Faymann als SPÖ-Vorsitzender eine zentrale Rolle gespielt hatten. Kanzler Christian Kern, damals noch ÖBB-Chef, hatte Matthias Stadler in dessen Stadt-Wahlkampf unterstützt.

Vom Tisch sein dürfte damit die Variante, dass Franz Schnabl als Landesrat ins zweiköpfige SPÖ-Regierungsteam wechselt. Parteigranden hatten gegenüber dem KURIER zuletzt Abneigung gegen einen solchen Schritt geäußert.

Dem Vernehmen nach soll der Landesparteitag der Sozialdemokraten, bei dem der Chefposten offiziell wechseln soll, bereits für Juni terminisiert worden sein.

Die erste Reaktion auf die mögliche Bestellung von Franz Schnabl kommt übrigens von der ÖVP-Landesmanager Bernhard Ebner: "Kanzler Kern drückt also gegen den Willen vieler in der SPÖ NÖ einen Burgenländer als Spitzenkandidaten durch. So bekommt die Partei einen Stronach-Mann durch die Hintertür."