Sparen bei Spielplätzen? Streit um Abbau in St. Pölten
Dieser Spielplatz an der Traisen wurde aufgelassen.
Die Grünflächen und Wälder entlang der Traisen in St. Pölten gelten als beliebte Naherholungsgebiete, die auch von vielen Familien genutzt werden. Als Fixpunkt für Kinder und Jugendliche galt auch der Spielplatz im Bereich der Westbahnquerung im Süden der Landeshauptstadt.
Doch nun sind Rutsche, Schaukel, Klettergerüst und Sitzgelegenheiten plötzlich verschwunden – sie wurden von der Stadt abgebaut. Für die ÖVP St. Pölten ist das ein untragbarer Vorgang. „Jeder Spielplatz weniger nimmt Familien Möglichkeiten zur gemeinsamen und sinnvollen Freizeitgestaltung an der frischen Luft statt vor dem Fernseher oder vor Spielkonsolen“, sind Klubobmann Alexander Thallmeier und Familiensprecherin Romy Windl überzeugt.
Der Spielplatz wurde komplett abgebaut.
Als Auslöser für den Abbau orten die beiden Politiker die angespannte finanzielle Situation der Stadt. „Die wahrscheinlichste Antwort auf die Frage, warum das passiert ist, ist wohl der Blick aufs Stadtbudget. Während zwar tausende Euro für neue Kulturprojekte übrig sind, dürfte das Geld für den Erhalt der Spielplätze ausgehen.“
Stadt spricht von Hochwasserschäden
Seitens der Stadt weist man die Vorwürfe entschieden zurück. „Der Spielplatz wurde beim Hochwasser 2024 schwer beschädigt, zudem verläuft unter dem Spielplatz eine Gasleitung. Im Zuge der Evaluierung wurde über die Zusammenlegung und/oder Auflassung einzelner Spielplätze bei gleichzeitiger Aufwertung anderer Standorte gesprochen – insbesondere dann, wenn sich in unmittelbarer Nähe ein besser frequentierter Spielplatz befindet; in diesem Fall in einer Luftlinie von 500 Metern“, heißt es aus dem Rathaus.
Die Spielgeräte sollen ein „neues Zuhause“ im Hochzeits- und Geburtenwald finden. Dort entwickelt sich gerade eine neue Wohngegend, in der für die Teufelhofsiedlung ein eigener Spielplatz geschaffen werden soll.
Laut Stadt schreibt das Land Niederösterreich den Gemeinden pro 5.000 Einwohner einen Spielplatz vor. „In St. Pölten stehen für rund 60.000 Einwohner 45 Spielplätze zur Verfügung“, so ein Sprecher.
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