Alois Schwarz

© Kurier / Gilbert Novy

Chronik Niederösterreich
06/13/2021

Spannungen vor der Bischofskonferenz in Mariazell

Diözesanbischof Alois Schwarz hat Pastoral-Referat zurückgelegt. Deswegen ist die Stimmung in der Bischofskonferenz getrübt.

von Martin Gebhart

Wenn Österreichs Bischöfe heute im Wallfahrtsort Mariazell zusammentreffen, dann ist es das erste Mal seit über einem Jahr, dass sie an einem Tisch sitzen. Die Freude des Wiedersehens dürfte aber getrübt sein. Dass man sich mit der Nachbesetzung des Pastoral-Referats beschäftigen muss, sorgt für Spannungen unter den Kirchenmännern.

Erst im März waren bei der Bischofskonferenz, die da noch per Video stattgefunden hat, die inhaltlichen Zuständigkeiten der Bischöfe neu geregelt worden. Diözesanbischof Alois Schwarz aus St. Pölten hatte dort auf eigenen Wunsch den Vorsitz der Finanzkommission zur Verfügung gestellt. Die Leitung des Pastoral-Referats behielt er aber und erhielt außerdem die Themen Wirtschaft und Landwirtschaft dazu.

Zwei Monate später jedoch teilte er dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner aus Salzburg, brieflich mit, dass er den Pastoralbereich abgibt. Begründet hat er diesen Schritt mit einem Vertrauensverlust. „Ich sehe mich außerstande, die Pastoralkommission und die Konferenz der Pastoral- und Seelsorgeamtsleiter in Zukunft zu begleiten.“ So die Ausführungen von Alois Schwarz.

Ausgelöst wurde alles durch einen Brief von Pastoralamtsleitern an die Bischöfe Franz Lackner, Manfred Scheuer (Linz) und Wiens Kardinal Christoph Schönborn, in dem sich diese gegen Schwarz aussprechen. Ein direktes Gespräch mit dem St. Pöltner Bischof zu dem Thema gab es danach nicht, dafür wurde die Pastoralfrage sofort auf die Tagesordnung der Konferenz gesetzt. Was die heikle Debatte sicherlich nicht entschärfte.

Bischof Schwarz unterstrich seine Entscheidung auch im Hinblick auf den von Papst Franziskus initiierten synodalen Prozess in den Diözesen. Dieser brauche ein „konstruktives und einmütiges Miteinander“, heißt es aus St. Pölten. Im Rahmen des Prozesses sollen ab Oktober die Themen Gemeinschaft, Partizipation und Mission strukturiert abgearbeitet werden. Der Wunsch des Papstes ist eines der Hauptthemen der Bischofskonferenz.

Ein Mann für Rom

Eine weitere Personalfrage werden die Bischöfe auch besprechen müssen: Welchen Priester entsenden sie in den Vatikan? Auch diese Frage hat mit Bischof Schwarz zu tun, weil er den Geistlichen Markus Heinz von Rom in seine Diözese holt. Markus Heinz stammt aus Böheimkirchen und ist seit 2003 in der deutschsprachigen Abteilung des Päpstlichen Staatssekretariates tätig. Im September wird Heinz Ordinariatskanzler in St. Pölten. Rom wird dafür einen Ersatz wollen.

Wohl nur am Rande wird die Nachfolge von Kardinal Christoph Schönborn an der Spitze der Erzdiözese Wien Thema sein. In Kirchenkreisen wird diese Frage dennoch heftig diskutiert. Als Favorit gilt in diesen Gesprächen derzeit der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler. Genannt werden aber immer wieder auch der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics und Caritas-Direktor Michael Landau. Kardinal Christoph Schönborn hat bereits 2019 gemäß dem Kirchenrecht seinen Rücktritt eingereicht. Vom Papst wurde dieser aber noch nicht angenommen.

Ebenfalls nur am Rande wird das Verhältnis zur ÖVP Gesprächsinhalt sein. Immerhin ist es die erste Bischofskonferenz seit den Chat-Nachrichten der ÖVP-Spitze zum Umgang mit der Kirche.

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