Das Jagdkommando arbeitet mit Malinois-MilitÀrhunden

© REUTERS/HEINZ-PETER BADER

Chronik Niederösterreich
12/17/2019

Soldat totgebissen: Bundesheer sieht keine eigenen Fehler

Der Untersuchungsbericht der Armee ist abgeschlossen. Dass das Tier schon einmal aggressiv geworden sei, sei nicht meldepflichtig. Scharfe Kritik des Opferanwaltes.

von Johannes Weichhart, Patrick Wammerl

WĂ€hrend die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt noch ermittelt, hat das Bundesheer die internen Untersuchungen nach der tödlichen Attacke eines Diensthundes auf einen Jagdkommando-Soldaten am 13. November 2019 abgeschlossen. Wie berichtet, war der 31-jĂ€hrige DiensthundefĂŒhrer Dominik R. von von zwei Malinois-Diensthunden angefallen worden. R. verblutete im Bereich der Zwinger-Anlage.

Das Bundesheer selbst geht in dem Bericht von einem "schweren und außergewöhnlichen Ereignis" aus. Der Untersuchungsbericht erwĂ€hnt auch zwei VorfĂ€lle in der Vergangenheit, bei dem der mutmaßliche TĂ€terhund im Rahmen der Ausbildung „gezwickt“ hat. Bei derartigen VorfĂ€llen besteht nach den Bundesheer-Vorschriften keine Meldepflicht. Ein Vorfall, der zu Bissverletzungen gefĂŒhrt hĂ€tte, konnte von der Untersuchungskommission jedoch nicht erhoben werden.

Keine Genehmigung

Die Kommission stellte zudem fest, dass wĂ€hrend der gesamten Ausbildung, die auch veterinĂ€rmedizinisch ĂŒberwacht wurde, der mutmaßliche TĂ€terhund keine AuffĂ€lligkeiten gezeigt hatte. Der jĂŒngere Hund war ohne Genehmigung in der Kaserne; sein HundefĂŒhrer hatte den dafĂŒr notwendigen Antrag nicht gestellt. Dies wurde disziplinĂ€r geahndet.

Auch die Zwingeranlage enspreche der Vorschrift, wird seitens des Heeres betont. Die Kommission schlĂ€gt aber auch konkrete Empfehlungen fĂŒr die Zukunft vor: So solle ein Alarmplan fĂŒr HundefĂŒhrer außerhalb der Normdienstzeit entwickelt werden und eine Verbesserung der Arbeitssituation gelingen.

Opferanwallt Erich Gemeiner widerspricht den AusfĂŒhruingen des Heeres zum Teil vehement.  "Völlig außer Acht gelassen wird der Umstand, dass der Hund einen HundefĂŒhrer nicht nur bereits einmal völlig grundlos gezwickt hat, sondern im August 2019 den gleichen HundefĂŒhrer offenbar beißen wollte, sodass dieser den Auslauf abbrechen wollte. Offenbar besteht beim Bundesheer und dem Umgang mit Diensthunden nur dann eine Meldeverpflichtung von Fehlverhalten der Tiere, wenn jemand tatsĂ€chlich verletzt wird", sagt Gemeiner.

Die Behauptung, dass die Hunde, nachdem sie das Opfer getötet und aus der Anlage entkommen sind, nicht aggressiv, sondern friedlich und eigentlich kooperativ waren, bezeichnet der Rechtsanwalt schlichtweg als "absurd".

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