Die Lkw müssen sich durch die enge Zufahrtsstraße, vorbei an Wohnhäusern, zwängen.

© /Katharina Zach

Ebergassing
08/20/2014

Silo-Bau bringt Anrainer auf die Barrikaden

Baustart ohne Genehmigung wurde gestoppt. Firma beruhigt: Kein Ausbau geplant.

von Katharina Zach

Das Verhältnis zwischen der Gemeinde Ebergassing und der Firma Assmannmühlen darf dieser Tage ruhig als eisig bezeichnet werden.

Während bisher schon der Lkw-Verkehr, der durch ein Wohngebiet zum Futtermittelwerk Königshofer führt, für Unstimmigkeiten gesorgt hat, brachte nun der Baubeginn eines neuen Silos ohne entsprechende Bewilligung das Fass zum überlaufen. Die Gemeinde erstattete Anzeige bei der BH, die einen Baustopp und eine Verwaltungsstrafe verhängte. "Bei der Genehmigung sind hier Brandschutzvorgaben sehr wichtig. Darum kann ich nicht zuschauen, wenn einfach gebaut wird", sagt Bezirkshauptmann Wolfgang Straub. Vor einer Woche seien schließlich die Projektunterlagen vorgelegt worden.

Gemeinde und Anrainer fürchten nun, dass der Futtermittelhersteller ausbaut und künftig 700 Lkw-Fahrten auf der schmalen Zufahrtsstraße gezählt werden. "Die ist aber für den prognostizierten Verkehr nicht geeignet", ärgter sich Amtsleiter Raimund Kindl. Schon jetzt sollen es laut Anrainern bis zu 110 Fahrten sein. "Es ist manchmal extrem laut – sogar bis 23 Uhr und ab 5 Uhr Früh", erzählt Anrainerin Claudia Kellermann. "Wenn es noch ärger wird, gibt es keine Lebensqualität mehr."

Das Problem ist verzwickt. Der Vorbesitzer des Betriebs hat die Zufahrtsstraße in den 80er Jahren an die Gemeinde abgetreten und einen Teil des Grundes an eine Wohnbaugenossenschaft verkauft. "Es war absehbar, dass er zusperrt", sagt Kindl. Doch dann übernahm die Firma Assmannmühlen das Werk.

Kapazität bleibt gleich

Dort versucht man zu beruhigen. "Es ist keine Betriebserweiterung geplant. Die Lager- und Anlagenkapazität bleibt gleich", sagt Geschäftsführer Herbert Poinstingl. Mit dem neuen Silo sollen nur jene Teile des bestehenden ersetzt werden, die 2012 bei einem Brand zerstört wurden. Auch die Lkw-Fahrten, derzeit 60 bis 70 pro Tag, bleiben unverändert. Zum Bau ohne Bewilligung sagt der Chef: "Aus technischen Gründen wurde beim genehmigten Bau unserer Betriebstankstelle gleich mit dem Fundament des Silos begonnen."Im Herbst soll es nun eine Bauverhandlung geben. Die Gemeinde verlangt ein Verkehrskonzept. Am liebsten wäre ihr eine Umfahrung – mit finanzieller Beteiligung von Assmannmühlen. Dort heißt es: Wenn die Gemeinde zahlt, gerne, aber: "Wir haben eine genehmigte Zufahrt."

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