„Nur gemeinsam geht’s“: Heer und Wasserrettung im Einsatz
Brigadier Härtinger lud Schimböck ins TV-Studio.
Ob Hochwasser, Badeunfälle oder Katastropheneinsätze – ohne die enge Zusammenarbeit der Einsatzorganisationen wäre vieles nicht möglich. Darüber waren sich Georg Härtinger, Militärkommandant von Niederösterreich, und Markus Schimböck, Präsident der Niederösterreichischen Wasserrettung und Kommandant des Heeresleistungssportzentrums St. Pölten, in der Interviewreihe „Sicher. Niederösterreich“, die in Kooperation mit dem KURIER stattfindet, einig.
„Das Militärkommando ist für uns ein sehr wichtiger Partner“, betonte Schimböck. Gerade die Kooperation mit dem Bundesheer ermögliche es, Synergien zu nutzen und gemeinsam Lösungen für unterschiedlichste Einsatzlagen zu finden.
Seit knapp zwei Jahren besteht das Heeresleistungssportzentrum St. Pölten. Dort werden derzeit mehr als zwanzig Spitzensportlerinnen und Spitzensportler aus unterschiedlichen Disziplinen betreut – langfristig sollen es bis zu 40 werden.
„Unsere Kernaufgabe ist es, Leistungssportler im täglichen Dienstbetrieb zu begleiten und ihnen optimale Trainingsbedingungen zu bieten“, erklärte Schimböck. Das Spektrum reicht von Leichtathletik über Kanu bis hin zu Ski- und Snowboardsport. Grundsätzlich könnten alle olympischen Sportarten betreut werden, sofern die Infrastruktur vorhanden sei.
Besondere Unterstützung
Ganz anders organisiert ist die Wasserrettung. Sie lebt nahezu ausschließlich vom Ehrenamt. „Wir machen das alles in unserer Freizeit“, so der Präsident. Der Alltag bestehe aus Einsätzen, Ausbildungen, Telefonaten und organisatorischer Arbeit. Gleichzeitig werde eng mit Feuerwehr, Polizei, Rotem Kreuz und weiteren Blaulichtorganisationen kooperiert.
Besonders wichtig sei dabei die sogenannte Sicherheitsfamilie Niederösterreich. „Ich glaube, das ist eine gelebte Partnerschaft und Freundschaft, die in Österreich einzigartig ist“, so der oberste Wasserretter.
Für Härtinger ist die Sicherheitsfamilie weit mehr als ein Schlagwort. Sie vereint sämtliche Einsatzorganisationen des Landes – von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten über Wasser-, Berg- und Höhlenrettung bis hin zu Notruf Niederösterreich und dem Zivilschutz.
„Das Bundesheer kommt immer dann zum Einsatz, wenn zusätzliche Fähigkeiten oder besondere Unterstützung benötigt werden“, erklärte der Brigadier. Dabei handle es sich meist um Assistenzeinsätze, etwa bei Naturkatastrophen.
Gerade Niederösterreich spielt für das Bundesheer im Bereich Wasser eine zentrale Rolle. Mit der Donau verfügt das Bundesland über einen strategisch wichtigen Verkehrs- und Einsatzraum.
„Die Wasserbeweglichkeit ist für militärische Einsätze ebenso essenziell wie für Katastropheneinsätze“, sagte Härtinger. Das Pionierbataillon verfüge über Sturmboote, Arbeitsboote, Fähren und Brückensysteme. Beim Hochwasser im vergangenen September errichteten Soldatinnen und Soldaten innerhalb kürzester Zeit mehrere Behelfsbrücken.
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