Chronik | Niederösterreich
12.05.2017

Schulprojekt: Zirkus spielen gegen Barrieren und Vorurteile

24 Schüler und 16 junge Flüchtlinge geben gemeinsam eine Zirkusvorstellung in Klosterneuburg

Felicitas und ihre Freundinnen drehen auf ihren Einrädern Runden um einen Reifen, den sie mit ihren Händen in der Mitte halten. Daneben jongliert Farid mit bunten Bällen, Reza spielt mit dem Diabolo und Kahlili legt Musik auf. Schon seit zwei Wochen proben sie für den Auftritt heute, Freitag, vor rund 200 Menschen im Klosterneuburger Happyland.

24 Kinder der Freiraumschule Kritzendorf und 16 junge Flüchtlinge aus den Unterkünften St. Andrä-Wördern und Greifenstein haben sich täglich getroffen und verschiedene Nummern einstudiert. "Im Iran ist es schon ein Problem, nur zu Musik zu tanzen. Hier können die Kinder so frei sein, das ist schön zu sehen", begründet der 20-jährige Khalili seine Motivation, mitzumachen. "Die meisten der Flüchtlinge hatten selber keine Kindheit, hier können sie das noch einmal nachholen", sagt Flüchtlingsbetreuerin Pia Horvath.

Keine Berührungsängste

"Und die Kinder schauen durch das Projekt über den Tellerrand hinaus und sehen, was in unserer Gesellschaft passiert", erklärt die Lehrerin Gundula Haslinger. Gemeinsam mit Andreas Ceska, der seit fünf Jahren ein Zirkusprojekt mit Kindern in Indien leitet, betreut sie das Projekt. Berührungsängste gibt es keine: "Wir verstehen uns auch ohne Worte", sagt die zehnjährige Felicitas.