Formel Z Heinrich Staudinger

© JüRGEN ZAHRL/Jürgen Zahrl

Verein
08/22/2013

„Formel Z“ als neuer Steuer-Trick

Schuhrebell will Alleinerzieherinnen mit Kinderrennen einen Gehalts-Bonus steuerfrei auszahlen.

von Jürgen Zahrl

Beflügelt von seinem Clinch mit der Finanzmarktaufsicht (FMA), die ihm illegale Kreditgeschäfte vorwirft, sorgt Heini Staudinger für den nächsten steuerlichen Finanzclou. Der Waldviertler Schuhrebell aus Schrems, Bezirk Gmünd, nimmt sich das „Red Bull Racing Team“ und die Formel 1 als Vorbilder, um seine eigene Rennserie zu gründen. Er will aber keine Millionen Euro teuren Piloten – wie Sebastian Vettel oder Fernando Alonso – engagieren, sondern Jeremias, Rosalie und Anna – insgesamt 30 Kinder – auf Tretrollern und Fahrrädern ihre Runden drehen lassen.

Die Idee: Er will mit dem Förderverein „Formel Z“ (Z wie Zukunft) einen Gehaltszuschuss an der Finanz „vorbeischummeln“, damit seinen alleinerziehenden Mitarbeitern mehr Geld im Börsel bleibt.

Was wie ein Spaß klingt, hat einen ernsten Hintergrund. Staudinger sieht vor allem die alleinerziehenden Mütter als ärmstes Glied in der Gesellschaft. „Sie kämpfen fast täglich ums Überleben“, sagt der Schuherzeuger, der insgesamt 110 Mitarbeiter beschäftigt. Deswegen will er alle Alleinerzieher, die in seiner Firma „GEA“ knapp über dem Kollektivvertrag verdienen, mit einem Gehaltszuschuss unterstützen. „Auf dem üblichen Weg wäre nicht viel bei den Müttern angekommen. Wenn ich 100 Euro monatlich mehr Gehalt drauflege, muss meine Firma 131 Euro für Dienstgeberanteil der Sozialversicherungen und Kommunalabgaben zahlen, und den Müttern blieben nur 52 Euro netto übrig, weil sie den Dienstnehmeranteil und die Lohnsteuer abziehen müssen“, sagt Staudinger. Der Staat hätte 79 Euro kassiert, was für den Schuhrebellen nicht tragbar ist.

Verein als Umweg

Auf der Suche nach einem alternativen Finanzmodell wurde Staudinger in der Millionen Euro schweren „Formel 1“ fündig. „Wenn Didi Mateschitz alle Ausgaben für sein Red-Bull-Racing-Team als Marketing-Aufwand steuerlich absetzen kann, dann benötigen wir auch einen eigenen Rennstall“, sagt Staudinger. Die Vorarbeiten für seine eigene Rennserie „Formel Z“ und für seinen „GEA Rennstall“ hat er bereits geleistet. „Über unseren Förderverein bekommen die Kinder ähnlich wie kleine Fotomodels Gagen für ihre Teilnahme ausbezahlt. Ihre Gehälter sind wie jene der Erwachsenen bis 11.000 Euro jährlich steuerfrei. Bei uns kassiert jedes Kind zirka 1000 Euro pro Jahr“, sagt Staudinger, der über seine Firma das Projekt mit zirka 30.000 Euro unterstützen will.

Um den Betrag steuerlich absetzen zu können, muss eine Bedingung erfüllt sein. „Es muss ein deutlicher Werbewert erkennbar sein. Alleine mein eigenes Magazin hat eine Auflage von 1,5 Millionen Stück“, sagt Staudinger. Schon am 6. Oktober soll das erste Rennen – zeitgleich mit dem Formel-1-Grand Prix in Südkorea – über die Bühne gehen. Auch Kabarettist und „Ex-Formel-1-Testpilot“ Roland Düringer unterstützt Staudingers „Formel Z“. „Ich werde dafür das ‚Gültige Stimme Performance-Team‘ gründen“, sagt er. Auch andere Firmen zeigen Interesse, in seine Rennserie einzusteigen, sagt Staudinger.

Wie Heini Staudinger zur Bank wurde

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