Chronik | Niederösterreich
23.12.2017

Schicksalsschlag: Stefanies bescheidene Wünsche

Eine 22-jährige Waldviertlerin ist schwer krank und bettlägrig, Grauer-Star-OP wäre nächstes Ziel.

Seit mehr als drei Jahren ist Gabriele Spiegl Tag und Nacht an Stefanies Seite. Die 57-Jährige gab ihren Job als Kindergartenhelferin auf, um ihre 22-jährige Tochter zu Hause in Großpertenschlag bei Altmelon im niederösterreichischen Waldviertel rund um die Uhr pflegen zu können. Stefanie leidet seit ihrem zweiten Lebensjahr an Rheuma und ist seit langem bettlägrig, weil ihre Therapien nie so erfolgreich waren, wie sie es sich erhofft hätte.

Stefanie hadert oft mit ihrem Schicksal und sucht ständig Antworten, warum gerade sie diese schwere Krankheit bekommen musste. Noch dazu macht ihr der graue Star das Leben schwer. Ihr größter Weihnachtswunsch wäre, zumindest wieder sehen zu können, sagt die 22-Jährige und schöpft Hoffnung.

Schwere Medikamente dürften schuld daran sein, dass ihre Augenlinsen komplett trüb wurden. "Ich sehe einen Nebel. Da ich nur liegen kann, ist eine Operation derzeit unmöglich", erzählt Stefanie. Ihre Hoffnung wäre, dass es vielleicht irgendwo ein Gerät gibt, mit dem auch liegende Patienten behandelt werden könnten.

Entzündungen

Sie war etwa zwei Jahre alt, als bei ihr eine rheumatische Erkrankung diagnostiziert wurde. Statt die schmerzhaften Entzündungen an Gelenken, Knochen oder Muskeln sowie die dadurch eingeschränkten Bewegungen mit den Medikamenten zu stoppen, wurde alles sukzessive schlimmer. Derzeit helfen nur starke Schmerzmittel, damit sie ihr Leiden ertragen kann. "Schon in der Schule war Stefanie durch die Beschwerden abgelenkt. Sie hat aber gekämpft und die dreijährige Fachschule abgeschlossen", erzählt Mama Gabi stolz. Sie wirkt zuversichtlich: "Wir geben niemals auf, wir finden immer einen Weg. Auch wenn es öfters schwer fällt, den richtigen zu gehen", sagt die 57-Jährige, während sie am Krankenbett ihrer Tochter im Wohnzimmer steht und mit ihren Fingern liebevoll über Steffis Handrücken streichelt. Im Moment wiegt die 22-Jährige weniger als 30 Kilogramm. Weil sie sich für ihren Zustand schämt, will sie nicht fotografiert werden. "Was würden meine Freundinnen dazu sagen?", sagt Stefanie.

Kämpfernatur

Dass sie eine Kämpfernatur ist, spürt man, wenn sie ihre nächsten Ziele klar definiert. "Sobald ich wieder gehen kann, möchte ich nach London fliegen und später einen Bürojob ausüben", sagt die 22-Jährige. Nur wenige Sekunden später kullern mehrere Tränen über ihre Wangen, weil sie weiß, dass sie wahrscheinlich noch Geduld haben muss. "Wir haben schon viel Geld in eine ganzheitliche Medizin investiert. Mal mehr und mal weniger erfolgreich", erzählt ihre Mutter. Eine neue Matratze, homöopathische Mittel und moderne Entspannungsmethoden helfen im Moment, damit das Liegen erträglich bleibt. Einen wichtigen Beitrag leistet auch ihre Hündin Kira, die durch ihre Anwesenheit Stefanie ablenkt.

Für das bevorstehende Weihnachtsfest sind Steffis Wünsche bescheiden. "Ich hätte gerne das Hörbuch ,Dein Weg zur Selbstliebe’", erzählt die 22-Jährige. Auch ein kleiner Weihnachtsbaum mit Kerzen und mehreren Strohsternen soll gleich auf dem Wohnzimmertisch neben ihr aufgeputzt sein. "Zu Essen gibt’s Fisch und eine Stosuppe. Als Nachspeise Eispalatschinken, die Stefanie so liebt", sagt Mama Gabi.

In Steffis Kinderzimmer ist die Zeit sichtlich stehen geblieben. An der Wand kleben Fotos aus besseren Tagen, die das hübsche Mädchen mit Mama, Papa, Bruder und ihren besten Freundinnen zeigen. Zu sehen ist Stefanie als Energiebündel – teils mit Grimassen. Sie hofft, dass ihr Leben bald wieder fröhlich, wie auf den Fotos, weitergeht.

Verein startet Spendenaktion, um Leiden lindern zu können

Ihr Schicksal macht viele betroffen. Um das Leiden von Stefanie lindern zu können, hat der Waldviertler „Benefizverein Waldhausen“ eine Spendenaktion rund um Weihnachten gestartet. „Wir wollen ihrer Familie finanziell unter die Arme greifen, damit weitere Therapien möglich werden und genügend Utensilien für ihre Pflege eingekauft werden können“, sagt Willibald Stöcklhuber, Mitverantwortlicher beim Benefizverein.

Was ihn beeindruckt ist, dass Stefanie einen eisernen Willen zeigt und trotz mehrerer Rückschläge die Hoffnung nicht aufgibt. „Sie hat Ziele für ihr weiteres Leben und will sie unbedingt erreichen“, freut sich Stöcklhuber. Er versucht, auch eine mentale Stütze für Stefanie und ihre Familie zu sein. Stöcklhuber hofft auf Spenden und versichert, dass der gesamte Betrag Stefanies Pflege zugute kommt. Weitere Infos unter: www.benefizverein-waldhausen.at

Spendenaktion: Waldviertler Sparkasse Bank AG, Konto „Stefanie 202010“, IBAN AT96 2027 2000 0020 2010