Salz & Pfeffer: HERRENHOF

Die Restaurant-Kritik von Florian Holzer, jeden Samstag neu im FREIZEIT-Kurier.


An das legendäre Café Herrenhof, Schauplatz literarischer Dispute und Zweitwohnzimmer von Wiens Schreiber-Avantgarde, kann sich kaum mehr jemand erinnern, dazu ist es schon zu lange zu. Die Hotelkette Steigenberger baute an dem Platz, an dem das Kaffeehaus residierte, nun aber sein neues City-Hotel (Lobby und Bar dort, wo früher Peter Altenberg, Alfred Polgar, Franz Kuh & Co saßen), und dazugehörend auch ein Restaurant.

Den Bann, dass die Wiener nicht in Hotel-Restaurants gehen wollen, versucht Direktorin Barbara Hammerschmid, zu brechen, indem sie dem in Grau und Violett gestalteten Restaurant einen eigenen Eingang verpasst hat, auch am Sonntag offen hält und vor allem Küchenchef Markus Trocki kreativen Spielraum lässt. Diesen nutzt er etwa für eine nicht unoriginelle neo-wienerische Küche, die einem internationalen Publikum durchaus ein paar Rätsel aufzugeben vermag, und für Spezialisierung auf den Rostbraten: sieben Varianten!

Die Rindsuppe war extrem stark, sehr gut, die Milzpofese dazu exzellent (5,50 €), eine Variation von weißer und roter Blutwurst mit Rösti und stark gekümmeltem Krautsalat witzig (14,50 €), und der Girardirostbraten zerging auf der Zunge. Die öde Hotelküchen-Gemüsegarnierung könnte man ja vielleicht bleiben lassen.

Bewertung (in Punkten)

Küche - 21 (von 30)
Keller - 12 (von 15)
Service - 12 (von 15)
Atmosphäre - 7 (von 10)
Preis/Wert - 14 (von 20)
Für Kinder - 1 (von 3)
Für Hunde - 1 (von 1)
Bonus - 4 (von 6)
GESAMT - 72 (von 100)

Herrenhof,
Herrengasse 10/Fahnengasse,
Tel.: 01/534 04-155
Mo-So 12-22.30


aus: FREIZEIT-Kurier vom 6.12.

Lesen Sie jede Woche in Salz & Pfeffer die Restaurant-Kritiken von Florian Holzer.

(mt) Erstellt am
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