Rathaus Schwechat

© Kurier / Gilbert Novy

Chronik Niederösterreich
10/15/2019

Rot-blaue Melange: Warum eine neue Bürgerliste in Schwechat aufregt

Zwei der Listengründer waren einst Stadtchef beziehungswiese blauer Gemeinderat. Nun wollen sie für die Schwechater arbeiten.

von Katharina Zach

Auf den ersten Blick ist es eine ungewöhnliche Allianz, die sich in Schwechat gebildet hat. Ex-Bürgermeister und SPÖ-Urgestein Gerhard Frauenberger sowie der langjährige rote Gemeinderat Leopold Wittmann haben mit dem ehemaligen FPÖ-Gemeinderat und Ex-Bundesrat Johann Ertl die Liste „Wir für Schwechat“ gegründet. Ertl hatte den Wunsch, als unabhängiger Kandidat bei der Gemeinderatswahl im Jänner 2020 anzutreten bereits im Sommer geäußert. Just zu jener Zeit, als Frauenberger und Wittmann nach Jahrzehnten aus der SPÖ austraten.

„Uns fehlt eine objektive Liste, die auf Schwechat schaut“, erklärt Ertl. Parteiinteressen würden bei dieser Liste keine Rolle spielen. „Wir haben einige Erfahrung und Ideen, wie wir Schwechat lebenswerter, sicherer und finanziell zukunftsfit machen“, sagt Frauenberger.

Seine Ansage sorgt bei manchen Weggefährten nach 25-jähriger SPÖ-Mitgliedschaft und langer Stadtregierungsbeteiligung für Verwunderung. Hier erklärt Frauenberger, dass er viele Signale gesendet und Ideen vorgebracht habe, vielfach aber nicht durchgedrungen sei. „Nun gibt es keinen Zwang mehr von Klubs.“

Politische Differenzen zwischen dem ehemaligen Sozialdemokraten – dessen Cousine die Wiener Ex-Stadträtin Sandra Frauenberger ist – und dem vor zwei Jahren aus der FPÖ ausgetretenen Ertl gebe es nicht. Die beiden haben sich bereits zu ihren Partei-Zeiten gut verstanden. So habe Ertl einst den Altbürgermeister auch als Stadtchef-Kandidat vorgeschlagen, erzählt er. Und: Der Ex-FPÖ-Mann betont, er habe kein Interesse mehr über freiheitliche Themen zu diskutieren.

Multiversum als Thema

Mit den Themen Verkehr, die bessere Nutzung des Multiversums sowie Sicherheit (mehr Polizei in der Stadt) will die Liste punkten. Das genaue Programm wird noch ausgearbeitet. Zudem müssen die drei Mitglieder noch die notwendigen Unterstützungserklärungen sammeln.

Die Reaktionen auf die Listengründung reichen von „befremdlich“ (Stadtchefin Karin Baier) bis „fragwürdig“ (Ex-Neos-Kandidat Michael Sicha). Letzterer hatte im Sommer die Liste „Gemeinsam für Schwechat“ gegründet und bedauert die Namensähnlichkeit.

Sieben Parteien treten an: Im Jänner haben Schwechater die Qual der Wahl

Rund drei Monate vor der Gemeinderatswahl am 26. Jänner stehen die Spitzenkandidaten fest, an einigen Listen wird aber noch gefeilt.

Für die SPÖ geht Bürgermeister Karin Baier auf Listenplatz 1 ins Renner, David Stockinger folgt auf Platz 2. Die Roten sind stolz auf ihr Team, bei dem mit dem 28-jährigen Marco Luksch (Platz 10) und dem 18-jährigen Marcel Sabotin (Platz 14) auch junge Leute kandidieren.

Bei der ÖVP zeichnet sich Obmann Anton Imre als Spitzenkandidat ab, die Grünen stellten Simon Jahn als Listenersten vor. Vizebürgermeisterin Brigitte Krenn kanditiert an zweiter Stelle. Sie will sich als Obfrau der Plattform gegen eine 3. Piste am Flughafen Wien auf das Projekt konzentrieren. Auf Platz 3 steht Liljana Markovic.

Bei der FPÖ führt Gemeinderat und Stadtpartei-Chef Wolfgang Zistler die Liste an, für die Neos geht Gemeinderat Christoph Mautner-Markhof ins Rennen. Das Team ist derzeit zu dritt. Erst im Frühling war Michael Sicha aus den Neos ausgetreten. Er ist Spitzenkandidtat von „Gemeinsam für Schwechat“ mit 30 Kandidaten – davon rund 50 Prozent Frauen.

 

 

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