Roggendorf, Schottergrube

© Johannes Weichhart

Roggendorf
07/11/2013

Bürger kämpfen gegen Schottergrube: „Uns bleibt noch ein letzter Strohhalm“

In einem 350-Seelen-Ort soll eine Schottergrube errichtet werden. Der Widerstand ist groß, doch der Unternehmer ist im Recht.

von Johannes Weichhart

Sie lassen nicht locker. Eine Bürgerinitiative um Ernst Edelbacher aus dem 350-Seelen-Ort Roggendorf, Bezirk Melk, kämpft seit Monaten verbissen gegen den Bau einer Schottergrube in ihrer Heimatgemeinde. Dabei haben die besorgten Bürger denkbar schlechte Karten. Das Projekt, es handelt sich um eine rund drei Hektar große Grube der Firma Siebenhandl, ist so gut wie genehmigt. Es fehlt laut Edelbacher nur noch ein medizinisches Gutachten, dann können die Bagger auffahren. Ans Aufgeben denken sie deshalb aber noch lange nicht. „Möglicherweise werden wir noch einen Einspruch einlegen, denn wir fürchten um unsere Lebensqualität“, sagt Edelbacher. Der letzte Strohhalm für die Initiative.

Unterstützung.

Dabei fühlen sich viele Roggendorfer jetzt schon genug belastet. Durch die alte und neue Westbahn im Norden sowie der Autobahn im Süden liegt Roggendorf bereits jetzt schon in der roten Zone des nö. Lärmkataster. Edelbacher: „Zudem kommt noch der Quarzsandabbau, der auch auf viel Kritik stößt.“

Unterstützung bei ihren Aktionen bekommen sie nun von Grünen-Chefin Madeleine Petrovic. Sie organisierte der Bürgerinitiative mit Heinrich Vana einen Anwalt, der ihnen künftig juristisch zur Seite stehen soll. Möglich ist dies auch durch eine finanzielle Hilfe der Grünen. 3750 Euro wurde von der Partei für die Bewegung in dem kleinen Ort locker gemacht.

Aber es gibt auch noch eine andere Seite. Nämlich die des Unternehmers Christian Siebenhandl, der schon viel Geld in das „Projekt Schottergrube“ gesteckt hat. Vertreten wird Siebenhandl durch den bekannten Melker Rechtsanwalt Gerhard Taufner. „Das Ziel ist ganz klar: die Belastung für die Bevölkerung soll möglichst gering gehalten werden.“

So soll ein meterhoher Wall erreichtet werden, der die Anrainer vor Staub und Lärm schützen soll. Taufner: „Man muss auch bedenken, dass die Lastwagen noch einige Meter hinunterfahren müssen.“ Bis 2028 könnte auf dem Areal Schotter abgebaut werden.

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