© Grafik: Solomon

Karlstift
10/08/2014

Rettungsversuche für Ski-Dorado

Gemeinde und Betroffene wollen im Clinch um die Verlängerung von Pachtverträgen vermitteln.

von Jürgen Zahrl

Seit bekannt ist, dass Wolfgang Landl seine Aichelbergliftanlage in Karlstift, Bezirk Gmünd, schließen will, ist die Aufregung groß. Ein tatsächliches Ende des größten Skigebiets im Waldviertel hätte nicht nur auf die Gemeinde Bad Großpertholz, sondern auch auf die gesamte Region negative Auswirkungen, sind sich Wintersportler und Touristiker einig. Auch wenn der Liftbetreiber kaum noch Hoffnungen hat, wollen der Bürgermeister und die Skiklub-Funktionäre alle Betroffenen nochmals an einen Verhandlungstisch bringen.

Reißleine

Wie berichtet, will Liftbetreiber Wolfgang Landl die "Reißleine" ziehen, weil er nach jahrelangen Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern auf keinen gemeinsamen Nenner mehr kommen konnte. Er wollte nicht nur die Pachtverträge verlängern, sondern auch seine Ausbaupläne – ein Ganzjahreskonzept – realisieren. Für die Errichtung eines modernen Sessellifts anstelle des mehr als 40 Jahre alten und steilen Schlepplifts hätte er mehrere hundert Quadratmeter zusätzliche Pachtfläche benötigt, die ihm aber verweigert werden. "Die Grundstücksbesitzer sind zwar für einen fortlaufenden Winterbetrieb und einen Sessellift. Aber ohne Sommernutzung ist mein neues Wirtschaftskonzept nicht finanzierbar", sagt Landl, der mit einer Modernisierung einen weiteren Gästeschwund verhindern wollte.

Neue Hoffnung

Während Landl bis Vertragsende 2016 jetzt nur noch den Kinderlift betreiben will, versuchen andere Interessensvertreter nochmals die Vermittlerfunktion zu übernehmen. "Der Verlust des Skigebiets wäre eine Katastrophe. Das Problem ist nicht nur die verweigerte Pachtfläche, sondern es gibt auch Befürchtungen von Naturschützern", sagt Bürgermeister Harald Vogler. Was das endgültige Ende bedeuten könnte, versucht der Waldviertler Tourismusmanager Andreas Schwarzinger zu skizzieren: "Wir beobachten, dass viele Gäste auch aus Oberösterreich und Tschechien nach Karlstift kommen. Davon profitieren nicht nur die Skischulen und Gastronomiebetriebe, sondern auch regionale Sportfachhändler." Zudem sei Karlstift ein wichtiges Ausbildungszentrum für Skifahrer. "Es wäre schlimm, wenn unsere Kinder hier nicht mehr das Skifahren lernen könnten", schildert Christian Skoll, Obmann des Skiclubs Nordwald.

Daher will man zu einer Lösung kommen. "Wir können zwar keine Haftungen übernehmen. Es gibt aber auch andere Unterstützungsmöglichkeiten", sagt Vogler.

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