Pausenlos muss das Heer Borkenkäfer befallene Fichten fällen.

© Jürgen Zahrl

Waldviertel
09/25/2018

Requiem für die Fichte wegen Borkenkäfer-Invasion

Mitte Oktober startet heikle Kahlschlag-Mission in der Sperrzone des Truppenübungsplatzes Allentsteig.

von Jürgen Zahrl

Wenn im Waldviertel von einem Requiem für die Fichte gesprochen wird, klingt das wie eine Übertreibung. Doch weit ist man davon nicht entfernt. Vor allem das Bundesheer führt auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig seit Monaten einen erbitterten Abwehrkampf gegen die Borkenkäfer-Invasion. Tausende Bäume sind befallen. Die Dimensionen sorgen für einen noch nie da gewesenen Kahlschlag auf dem rund 15.700 Hektar großen Gelände. Einziger Lichtblick: Ab Mitte Oktober werden Spezialgeräte, die dringend notwendig sind, um in der mit Blindgängern verseuchten Sperrzone A gefahrlos Holz fällen zu können, zur Verfügung stehen.

Seit der Borkenkäfer in den Wäldern des Truppenübungsplatzes wütet, sind aus den minensicheren Randgebieten schon fast 80.000 Festmeter befallener Fichtenbestand umgesägt und abtransportiert worden. Da der Klimawandel die explosionsartige Ausbreitung des Schädlings begünstigt, ist ein Ende noch lange nicht in Sicht. Im Gegenteil: Rund 200.000 Festmeter Fichte müssen in der Verbotszone A schleunigst entfernt werden. Doch bisher fehlten dem Heer splittersichere Harvester und Forwarder – also schwere Holzfällergeräte. Um die heikle Mission bald starten zu können, rüstet ein österreichisches Unternehmen – nach langer Suche – endlich zwei Maschinen auf.

Mission

„Mitte bis Ende Oktober sollen sie zum Einsatz kommen“, sagt Dietmar Kreiml, Leiter des Referats Forst. Schon bisher ging das Militär mit Unterstützung der Pioniere, Luftstreit- und ABC-Abwehrkräfte – soweit es die Sicherheit zuließ – mit aller Härte gegen die Käfer-Armee vor. Trotzdem schreibt Kreiml die Fichten in der Zone A ab. „Es wird hier kaum eine stehen bleiben“, betont er. In den nächsten Jahren rechnen die Zuständigen mit weiteren rund 400.000 Festmetern Schadholz.

Das bedeutet gleichzeitig, dass sich das Landschaftsbild auf dem Übungsplatz radikal verändern wird. Dort, wo es kahlgeschlägerte Flächen gibt, setzt man vor allem auf Naturverjüngung. „Wir wollen möglichst viele Mischwälder haben. Je nach Klima wird sich künftig zeigen, welche Bäume sich durchsetzen werden“, sagt Kreiml.

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