Regionale Handarbeit für Wachauer Marillen

Wachauer Zistel, Flechterei, Erlebniswerkstätte Schönbach, Bezirk Zwettl.
Schönbach: Verein stellt altbekannte Zisteln her

Die ersten Wachauer Marillen sind schon zu sehen. Was den Früchten aber bis zur Reife noch fehlt, ist die gelborange Farbpracht. Obwohl bis zum Start der Ernte Mitte Juli noch Zeit ist, haben die Zistelflechter aus Schönbach, Bezirk Zwettl, ihren Großauftrag beinahe abgeschlossen. Auf dem Bestellschein stehen rund 800 Marillenzisteln, die reinste Handarbeit sind.

Petra Fröschl benötigt keine zwei Stunden, um aus vielen einzelnen Weidenruten einen Korb zu flechten. Ihre Finger sind flink. Fröschl gehört zu den wenigen, geduldigen Mitarbeiterinnen, die das älteste nachgewiesene Handwerk der Welt noch beherrschen. Das Korbflechten hatte um 1900 seine Blütezeit und erlebt in der Klosterschulwerkstätte in Schönbach eine Renaissance.

„Wir wollen altes, traditionelles Handwerk erhalten. Daher geben wir dem Thema Korbflechten in Schönbach einen breiten Raum“, erklärt Vereinsobmann Franz Höfer. Da es nur noch eine Hand voll Korbhersteller in NÖ gibt, habe man sich auf diese Produktion spezialisiert.

Nicht nur Auftragsarbeiten werden erledigt. Seit einem Jahr gibt es in den alten Klosterräumen auch das „1. Österreichische Korboutlet“. Stolz ist Höfer darauf, dass es gelungen ist, trotz der Billigkonkurrenz in China mit fünf Kollegen eine kostendeckende Fertigung aufzubauen. „Wenn wir keine Führungen abhalten müssen, nützen wir die Zeit, um ein paar Stunden zu flechten“, erklärt der Obmann. Zwischen November und April läuft die Hauptproduktion der Körbe. Auch Seifensieden ist hier ein Schwerpunkt.www.handwerk-erleben.at

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