Neues Regelwerk: Verbesserungen bei Sekundärtransporten in NÖ
Transporte zwischen den Spitälern wurden in NÖ neu geregelt und sorgten für Kritik.
Nach heftiger Kritik an langen Wartezeiten für Spitalspatienten beim Rettungstransport zwischen den Krankenhäusern sind nun Verbesserungen ausverhandelt worden. Maximal zweistündiges Warten und sofortiger Weitertransport von Patienten mit medizinisch dringlichen Beschwerden sind zwei Hauptpunkte, die am Donnerstag beim "Sekundärtransportgipfel“ mit den Landesräten Anton Kasser (ÖVP) und Martin Andauer (FPÖ) ausverhandelt wurden.
Manche Wartezeiten von bis zu fünf Stunden auf den Weitertransport durch den Rettungsdienst der Johanniter hatten im Waldviertel für gehörig Aufregung gesorgt. Seit Jahresbeginn wickeln die Johanniter im Auftrag der Landesgesundheitsagentur (LGA) die Patientenfahrten zwischen den Spitälern im Großteil von NÖ ab.
Kapazität
Anfangs von Kapazitätsmängeln gebeutelt, sei die Durchschnittswartezeit nun auf 41 Minuten gedrückt worden, berichtete Johanniter-Geschäftsführerin Petra Grell-Kunzinger.
Landesräte Antauer (l.) und Kasser (m.) mit Vertretern der Rettungsinstitutionen und Patientenanwalt Prunbauer (r.).
92 Prozent aller Transporte wickle man innerhalb von zwei Stunden ab. Mit zusätzlich sieben weiteren Fahrzeugen haben die Johanniter nun 34 Autos im Einsatz. Um im Waldviertel schlagkräftiger zu sein, sind die Johanniter aktuell auf der Suche nach einem neuen Standort bei Zwettl.
Klares Ziel sei es, Patienten rasch und verlässlich zu transportieren. Die Zahlen würden zeigen, dass die ersten Maßnahmen bereits wirken, sagte der für die Kliniken zuständige Landesrat Anton Kasser (ÖVP).
Patientenanwalt
Weiterer wichtiger Punkt beim Gipfel war der Weitertransport von Patienten, die von selbst oder mit der Primärrettung in ein Spital kommen, aber aufgrund einer medizinischen Gefährdung oder eines drohenden Gesundheitsschadens in ein anderes Spital weitertransportiert werden müssen. „Hier muss so schnell wie möglich gehandelt werden und es darf keine Rolle spielen, welche Rettungsorganisation den Transport durchführt“, hatte NÖ Patientenanwalt Michael Prunbauer, der beim Gipfel dabei war, gefordert.
Vereinbart wurde nun, dass bereits ab kommenden Montag mit den Rettungsorganisationen ein klares Regelwerk für diese zeitkritischen Fälle erarbeitet wird. Gemanagt werden diese kritischen Transporte über Notruf NÖ, wobei der Leitstellenarzt und der Stationsarzt in der Klinik die Entscheidungen treffen.
Zustimmung
Der Patientenanwalt beurteilte die Maßnahmen positiv. Auch den Plan einer besseren Kommunikation zwischen Spitälern und Rettungsorganisationen über vorhandene Ressourcen sowie die Installierung eines öffentlichen Dashboards, das aktuelle Wartezeiten anzeigt, begrüßte Prunbauer. Bessere Information der Patienten trage zu deren Entspannung bei, sagte er.
Kommentare