Raser-Szene und Roadrunner: Wiener Neustadt mit "Null-Toleranz-Strategie"
An 19 Standorten im Stadtgebiet wird die Geschwindigkeit überwacht.
Die Roadrunner-Szene floriert auch in Niederösterreich. Tuning-Treffen und illegale Straßenrennen mit PS-starken Boliden sind für die Polizei in Wiener Neustadt eine Herausforderung.
Bei allen Schattenseiten gibt es aber auch Lichtblicke. Wie die Stadt Wiener Neustadt zu Jahresbeginn bilanziert, halten sich mehr als 85 Prozent der Autofahrerinnen und Autofahrer im Stadtgebiet an die erlaubte Höchstgeschwindigkeit. Dies ergab eine Auswertung von stationären Radarmessungen im Stadtgebiet.
Schwerpunkte um Schulen und in Wohngebieten
Zwischen April und September hat die Stadt Wiener Neustadt an 19 Standorten Radarmessungen durchgeführt, um die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer zu überwachen. Das Ergebnis fällt für Vertreter der Stadt und die Polizei überwiegend positiv aus: Mehr als 85 Prozent der gemessenen Fahrzeuge bewegen sich im Bereich der erlaubten Höchstgeschwindigkeit, resümierte man im Zuge eines Termins am 7. Jänner.
Wie ÖVP-Mobilitätsstadtrat Franz Dinhobl erklärt, gebühre dem Großteil der Autofahrerinnen und Autofahrer dafür auch entsprechender Dank. "Sie verhalten sich vorbildlich und tragen so zu einer sicheren Verkehrsumgebung bei, besonders rund um Schulen und in Wohngebieten."
Die Polizei im Einsatz (Symbolbild)
Was die schwarzen Schafe anbelangt, kündigte er jedoch "Null Toleranz" und strikte Maßnahmen wie nächtliche Schwerpunktaktionen an. Angespielt wird dabei besonders auf Rowdys und die Roadrunner-Szene. Sie verfügen meist über getunte Fahrzeuge, treffen sich gern in der Nacht und betrachten Geschwindigkeitslimits eher nur als Empfehlung.
"Nur mit strikter Überwachung und konsequenter Bestrafung – bis hin zur Fahrzeug-Beschlagnahme – lassen sich diese schwarzen Schafe zur Vernunft bringen", erklärt Dinhobl.
Teilweise weit über 100 km/h im Ortsgebiet
Wie man bilanzierte, überschreiten einige Raser die zulässige Geschwindigkeit deutlich – teils weit über 100 km/h. Die Polizei reagiert darauf mit klaren Maßnahmen. Bereits im Jahr 2025 wurden zehn Fahrzeuge vorläufig beschlagnahmt, Tendenz steigend. Auch vorläufige Führerscheinabnahmen sind möglich und bei Probeführerscheinen gelten noch strengere Grenzwerte.
"Sehr positiv ist der Umstand zu bewerten, dass sich aufgrund der konsequenten Geschwindigkeitsüberwachung im Stadtgebiet die Verkehrsunfälle mit Hauptursache unangepasste Geschwindigkeit deutlich verringert haben", meint Stadtpolizeikommandant Oberstleutnant Manfred Fries.
2,3 Millionen Messungen
Insgesamt wurden im angesprochenen Zeitraum bei den Kontrollen rund 2,3 Millionen Geschwindigkeiten erfasst.
In Zukunft wird vor allem der Einsatz von Zivilstreifen an den neuralgischen Punkten verstärkt. Zusätzlich sind auch Einsätze des Kfz-Überprüfungszuges des Landes Niederösterreich vorgesehen, bei dem bei Verdachtsmomenten die Straßentauglichkeit und Verwendung der zulässigen Autoteile überprüft werden. Bei Gefahr im Verzuge ist eine Kennzeichenabnahme vorgesehen und eine Weiterfahrt wird untersagt.
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