"Quartier Grabengasse": So wird sich Badens Innenstadt verändern
So soll der neue Innenhof des Sparkassengebäudes zwischen Hauptplatz und Grabengasse aussehen.
Eine markante Neugestaltung wird die Badener Innenstadt in den kommenden Jahren verändern. Was Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli (ÖVP) als "Quartierentwicklung Grabengasse" ankündigt, umfasst sowohl umfangreiche Sanierungs- und Neubaupläne der Sparkasse als auch die Absiedelung der Feuerwehr Baden-Stadt und die Nutzung des dadurch frei werdenden Areals für mehrere Kultureinrichtungen.
Die Sparkasse plant dabei nicht nur die Neuerrichtung ihres in die Jahre gekommenen Veranstaltungssaales, sondern eine grundlegende Umgestaltung des gesamten Bereiches zwischen dem Altbestand am Hauptplatz und der Grabengasse. Man wolle "einen städtebaulichen Impuls setzen", sagt Vorstand Reinhard Keider. So soll das historische Bankgebäude umfassend saniert und modernisiert werden. Teil dieses Projektes sei auch die Schaffung eines rund 170 Quadratmeter großen Geschäftslokals, für das man einen Handelsbetrieb als Frequenzbringer für die Innenstadt suche.
Noch deutlich auffälliger wird allerdings die Umgestaltung des Bereichs hinter dem Haupthaus rund um den Sparkassensaal an der Grabengasse ausfallen. Denn dort wird ein neues multifunktionales Gebäude errichtet, das neue Arbeitsplätze für Bankmitarbeiter ebenso vorsieht wie einen vergrößerten Veranstaltungssaal für bis zu 200 Personen sowie Schulungsräumlichkeiten, in denen man in Kooperation mit Schulen Finanzbildung anbieten möchte, wie Vorständin Elisabeth Lambert ankündigt. Als erste Sparkasse Niederösterreichs wolle man in Baden einen solchen "Financial Life Park" schaffen.
Tiefgarage statt Parkplatz
Gemeinsam mit Begegnungszonen und Grünflächen soll sich der Neubau über den gesamten derzeitigen Parkplatz erstrecken (siehe Renderings) - an der Grabengasse zweigeschoßig, dahinter nur auf einer Etage. Der Durchgang von der Grabengasse zum Hauptplatz wird auch zum benachbarten Kaiserhaus hin geöffnet. Anstelle der dadurch wegfallenden 40 Pkw-Stellplätze errichtet die Sparkasse eine neue Tiefgarage mit rund 70 Parkplätzen. Für den Saal strebe man "keine kommerzielle Nutzung" an, wie Keider betont. Vielmehr soll dieser regionalen Vereinen und Kulturinitiativen zur Verfügung stehen.
Ansicht des Sparkassen-Neubaus von der Grabengasse.
Man plane einen Baubeginn 2027 und eine Fertigstellung des gesamten Umbaus bis 2029, so Keider. Während der Arbeiten müsse die Bank in ein Ausweichquartier übersiedeln: "Es wird doch ein erheblicher Eingriff mitten in Baden." Zum Hauptplatz hin bleibe der denkmalgeschützte Altbestand allerdings äußerlich unverändert.
Neubau für Feuerwehr Baden-Stadt
Und das Großprojekt der Sparkasse, das "in enger Zusammenarbeit mit der Stadt" umgesetzt wird, wie man betont, hat auch im Rathaus für eine Planungsänderung gesorgt. Denn die schon seit Jahren diskutierte Umsiedelung der Feuerwehr Baden-Stadt, direkt gegenüber in der Grabengasse beheimatet, werde nun vorgezogen, sagt Bürgermeisterin Jeitler-Cincelli. "Um die Baustellenbelastung für Anrainer so kurz wie möglich zu halten und Kosten zu sparen." Für die Feuerwehr soll am ehemaligen Eislaufplatz in der Fabriksgasse ein "zeitgemäßer Neubau" geschaffen werden. Denn die aktuelle Lage sei weder aufgrund der räumlichen Verhältnisse noch aufgrund der Verkehrssituation ideal für die Einsatzorganisation.
Die geplante Neugestaltung zwischen Hauptplatz und Grabengasse aus der Vogelperspektive.
Das frei werdende Areal in der Grabengasse wolle man zur Entwicklung eines "Kulturquartiers" nutzen. Heißt konkret: Das Badener "Rollettmuseum" soll dort ebenso eine neue Heimat finden wie die Stadtbibliothek und das Stadtarchiv. "Mehrere Wünsche, die ich schon seit vielen Jahren habe, lassen sich dadurch jetzt umsetzen", ist Ulrike Scholda, Leiterin der städtischen Museen, begeistert. "Das Rollettmuseum kann neu definiert und ins Stadtzentrum übersiedelt werden, wo es ja hingehört. Wir schaffen ein komplexes Erlebnis sowohl für Badener als auch für Touristen."
Überdachter Innenhof?
Zu prüfen sei nun, inwiefern sich die Pläne mit der denkmalgeschützten Bausubstanz vor Ort vereinbaren lassen. So sei unter anderem an eine Überdachung des Innenhofes der ehemaligen k.u.k. Stallungen gedacht, so Jeitler-Cincelli.
Begeistert von den Plänen zeigen sich auch die beiden Vizebürgermeister Markus Riedmayer (SPÖ) und Jowi Trenner (Bürgerliste). Man schaffe eine "absolut sinnvolle Zusammenlegung verschiedener Kulturstandorte" in unmittelbarer Nähe zum "Kaiserhaus" am Hauptplatz.
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