Harald Gugenberger will noch ein paar Jahre "Hoftheater"-Chef bleiben.

© JüRGEN ZAHRL/Jürgen Zahrl

Pürbach
12/02/2013

„Das Schöne am Älterwerden, ich muss nichts mehr beweisen“

Harald Gugenberger leitet das „Hoftheater“ und feiert seinen 60. Geburtstag.

von Jürgen Zahrl

Oft wünschen mir die Leute für den Streit mit der Finanzmarktaufsicht viel Glück“, erzählt Harald Gugenberger. Er lacht. Auch wenn er wie Heini Staudinger (gelernter) Schuhmacher ist und er ihm zum Verwechseln ähnlich sieht, gibt es zwischen den beiden Produzenten nur freundschaftliche Verbindungen.

Der eine erzeugt Qualitätsschuhe, der andere hochwertige Theaterkunst. „Wir kennen und schätzen uns. Und wir machen unsere Arbeit aus Überzeugung“, sagt Gugenberger, der seit 28 Jahren das „Waldviertler Hoftheater“ in Pürbach, Bezirk Gmünd, erfolgreich leitet.

60. Geburtstag

Obwohl er bereits seinen 60. Geburtstag feiert, denkt Gugenberger keine Sekunde darüber nach, seinen Ruhestand anzutreten. Ganz im Gegenteil. „Das Schöne am Älterwerden ist, dass ich niemandem mehr etwas beweisen muss. Ich kann so sein wie ich bin und machen, worauf ich Lust habe“, sagt der gebürtige Linzer, der sein „Hoftheater“ noch ein paar Jahre führen will. Mittlerweile ist das Jahresprogramm so dicht, dass an 120 Spieltagen neben Eigenproduktionen auch Kabarett, Kleinkunst, Klassik, Literatur und Musik geboten wird. „Erfolgreich sind wir, weil ich auf qualitativ hochwertige Kunst außerhalb der Ballungszentren großen Wert lege“, erklärt Gugenberger. Jährlich arbeiten 120 Künstler aus ganz Europa im Waldviertel. Nicht nur deswegen ist es dem ursprünglich belächelten „no-future“-Projekt im Grenzbezirk gelungen, im Kultursektor eine bedeutende Rolle zu spielen, sondern auch auf Grund vieler Kooperationen wie etwa mit dem Renaissancetheater Berlin, dem Wiener Theater an der Josefstadt oder dem Vaudeville Theater Zürich.

Proberaum

Mitte der 1980-er Jahre sah Gugenbergers Plan ganz anders aus: „Ich wollte im Waldviertel ein Bauernhaus kaufen, um für Bandproben und zum Relaxen Platz zu haben.“ Später kam der Gedanke, ein Theater dort zu eröffnen, wo die Hemmschwelle zur Kunst sehr hoch war. Aus dem alten Hof aus dem Jahr 1886 entstand eine Spielstätte mit 178 Sitzplätzen, Werkstätten für Kostüm- und Bühnenbildner und einem Theatercafé. Mit viel Idealismus und hohen Eigeninvestitionen wurde aus einer Idee eine Institution.www.waldviertler-hoftheater.at

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