Die Radlbar wurde in der Nacht auf Samstag ein Raub der Flammen. Wilhelm Konopatz ist erschüttert, zeigt sich aber kämpferisch

© KURIER/Markus Berger

Wiesenfeld
01/20/2015

Polizei jagt den Lokal-Zündler

Kriminalisten sichern Spuren, Besitzer will die Radlbar wieder aufbauen.

von Johannes Weichhart

Es ist nichts mehr da. Alles kaputt." Traurig schaut Wilhelm Konopatz auf einen Haufen Schutt und Asche. Viel mehr ist von der bekannten Radlbar in Wiesenfeld, Bezirk Lilienfeld, nicht übrig geblieben. Das beliebte Lokal wurde in der Nacht auf Samstag ein Raub der Flammen und brannte nieder (der KURIER berichtete).

Das beunruhigende daran: Die Polizei geht davon aus, dass das Feuer gelegt wurde. Stunden vor dem Inferno, bei dem zum Glück niemand verletzt wurde, fing ein in der Nähe abgestelltes Auto Feuer. Der Pkw gehört einem Feuerwehrmann. Rasch stellte sich heraus, dass auf der Windschutzscheibe Brandbeschleunigungspasta aufgetragen worden war. Zwei leere Dosen des Mittels konnten in weiterer Folge bei einem Container sichergestellt werden.

Der oder die Täter dürften also mit voller Absicht ans Werk gegangen sein. "Ich kann mir aber nicht erklären, warum sie gerade mein Lokal abgefackelt haben. Es war meine Lebensgrundlage", seufzt Konopatz. Denn die Radlbar wurde nicht nur von Bikern angesteuert, auch Dart-Vereine und Schnapser-Runden hatten hier ihren Treffpunkt. "Wir haben das ganze Jahr offen", sagt der 44-Jährige. Die Schadenssumme steht noch nicht fest.

Den Schuldigen zu finden ist nun Aufgabe der Polizei. Seit Montag sind Spezialisten des Landeskriminalamtes Niederösterreich vor Ort, um die Brandruine unter die Lupe zu nehmen. Sogar ein Hubschrauber wurde angefordert, um Bilder aus der Vogelperspektive anzufertigen.

"Wir sind derzeit unter anderem damit beschäftigt, mit Zeugen zu sprechen und Spuren zu sichern", schildert Chefermittler Erich Rosenbaum. Auf Spekulationen, dass es Zusammenhänge mit früheren Brände geben könnte, will sich der Fahnder nicht einlassen.

KURIER-Leser dürften sich aber an das Jahr 2011 erinnern, als die Teichhütte am Eibl in Türnitz ein Raub der Flammen wurde. Der Schuldige konnte bis heute nicht ausgeforscht werden. Immer wieder gab es wilde Spekulationen rund um diesen Vorfall.

Wie auch immer der aktuelle Fall in Wiesenfeld ausgeht, für Konopatz ist eines ganz sicher: "Ich möchte das Lokal wieder aufbauen und so rasch es geht aufsperren."

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