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Chronik Niederösterreich
07/25/2019

Platznot, marode Schulen: In NÖ werden 450 Mio. Euro in Bildung investiert

Wegen des Ansturms auf Gymnasien werden AHS ausgebaut. Im erweiterten Speckgürtel fehlen trotzdem drei Schulen.

von Katharina Zach

Das Gymnasium gilt vielen als die Erfüllung ihrer Schulträume – zumindest bei zahlreichen Eltern im Wiener Umland – und diese wächst. Die Region Schwechat soll in den nächsten 20 Jahren um rund 20 Prozent wachsen, die Region Gänserndorf um mehr als 18 Prozent. Allein im Bezirk Mödling hat die Bevölkerungsanzahl seit 2002 um 11,4 Prozent auf 118.998 Bewohner zugenommen.

Das hat die AHS Keimgasse in Mödling gemerkt und auch das BRG/BG Perchtoldsdorf am Leonhardiberg. Wanderklassen, Containerklassen, Klassen im Zeichensaal. Während bei ersterem die Ausbauarbeiten endlich laufen, sind nun auch die Pläne für die Erweiterung des zweiten unter Dach und Fach.

Es wird eng

Doch die Platznot in den Gymnasien ist kein spezifisches Problem des Bezirk Mödling. Bis Neunkirchen, Korneuburg oder Bruck/Leitha steigt der Druck auf die AHS kontinuierlich. „Im Norden von Wien ist etwa Stockerau und Korneuburg ein Brennpunkt“, erklärt Bildungsdirektor Johann Heuras.

Er kündigt an: Im erweiterten sogenannten „Speckgürtel“ werde es in Kürze wohl drei neue Schulen brauchen. Es schaut gut aus: Im aktuellen Schulerweiterungsprogramm des Bundes sind in den nächsten zehn Jahren 450 Millionen Euro an Investitionen in Niederösterreich vorgesehen – mehr denn je zuvor, sofern das Programm beschlossen wird.

13 Millionen für Zubau

In Perchtoldsdorf werden für den Zubau knapp 13 Millionen Euro in die Hand genommen. Mehr Platz gibt es im Endeffekt nicht, aber endlich genug Platz: Derzeit gibt es bei rund 950 Schülern 37 Klassen – doch alleine vier davon waren seit Jahren in Containern untergebracht, zwei waren Wanderklassen. Künftig soll es 37 vollwertige Klassenzimmer geben.

„Wir haben in den vergangenen Jahren sehr stabile Schülerzahlen, deshalb ist das ausreichend“, erklärt Direktor Wolfgang Faber. Tatsächlich, meint Heuras, gebe es mit zwei Ausbauten im Bezirk sowie dem neuen ORG Guntramsdorf genug Plätze.

Der 2600 Quadratmeter große Zubau soll L-förmig an den Altbestand angrenzen, der Keller wird durch eine Neugestaltung des Vorplatzes zum Erdgeschoß.

Neben einer größeren Garderobe wird es einen Mehrzwecksaal einen Speisebereich und Räume für die Tagesbetreuung geben. Auch die Sonderunterrichtsräume, Direktion und Lehrerzimmer werden dort untergebracht. Im 1. und 2. Stock werden sich Klassenzimmer sowie offene Lernbereiche befinden. Zusätzlich soll der Altbau saniert werden. Der Spatenstich soll 2021 erfolgen.

Standorte nicht fix

Mögliche Standorte für neue Gymnasien will Bildungsdirektor Heuras nicht nennen. Erst müssten das Schulerweiterungsprogramm beschlossen werden und Schülerströme sowie demografische Entwicklungen analysiert werden.

Nur so viel verrät er: Die zusätzlichen Schulen werden südlich, nördlich und östlich von Wien gebraucht. Zuletzt machte sich Vösendorf für einen Standort stark, weil die nahen Wiener Schulen keine nö. Schüler mehr nehmen. Wegen Platznot.

Andere Anforderungen

Aber auch abseits von Neubauten gibt es viel in die Bundesschulen zu investieren. 59 Gymnasien, 22 HTLs, 23 Handelsakademien und 37 Höhere Lehranstalten für wirtschaftliche Berufe gibt es. Viele Bauten stammen laut Heuras aus den 70ern.

Und gerade in den Gymnasien gibt es wegen der 11 bis 14-jährigen Schüler eine weitere Herausforderung: „Die Anforderungen an Schule haben sich geändert. Es gibt Nachmittagsbetreuung und Ganztagesschulen. Der Raumbedarf wird mehr.“

Lange To-do-Liste

Weshalb zahlreiche Sanierungen und Adaptierungen auf der To-do-Liste des Bildungsdirektors stehen. Etwa bei der Bundesbildungsanstalt für Elementarpädagogik in St. Pölten, dem AHS Neunkirchen oder dem Gymnasium Lilienfeld, bei dem auch Räume für Nachmittagsbetreuung geschaffen werden sollen.

Ausbau auch bei Volksschulen

Die steigenden Schülerzahlen in manchen Regionen machen natürlich auch vor den 600 Volksschulen und 260 Mittelschulen nicht halt. Auch in Perchtoldsdorf wird mehr Platz gebraucht. Deshalb sollen nach dem Zubau acht Klassen der AHS von der direkt anschließenden Volks- und Mittelschule genutzt werden.

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