Chronik | Niederösterreich
22.04.2015

Personenkomitee stellt sich hinter Rostock-Villa

Kulturschaffende wollen die Politik umstimmen und das denkmalgeschützte Gebäude im Gemeindeeigentum halten

Seit der Vorwoche wird in Klosterneuburg über die künftige Nutzung der Rostock-Villa diskutiert. Der bisherige Eigentümer, das Land, möchte das denkmalgeschützte Gebäude im Zentrum nach sieben Jahren wieder veräußern. Laut Vertrag hat die Stadt zwar ein Vorkaufsrecht, die Politik möchte darauf aber verzichten. Seitens der ÖVP argumentiert man mit dem derzeit knappen Budget. Die Grünen kritisieren hingegen, dass dadurch ein Kulturschatz leichtfertig verloren geht.

Nun stellt sich auch ein Personenkomitee aus stadtbekannten Kulturschaffenden hinter einen Rückkauf der Villa. "Es ist unmöglich, dass die Villa abgegeben wird", sagt Fritz Chlebecek, ehemaliger Gemeinderat und Kulturpreisträger der Stadt. Seiner Einschätzung nach gebe es ausreichend Bedarf für Veranstaltungen in den Räumen. Einerseits sollten die derzeitigen Museen, Feuerwehr und das schlesisch-mährische Heimatmuseum, gehalten werden. Zudem könnte man weitere Vereine hierzu einladen. Andererseits sei auch eine Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum anzudenken. "Das kann derzeit ohnehin nur eingeschränkt genutzt werden", spricht Chlebecek die Wasserschäden im Stadtmuseum an.

Zudem sei der Zustand keineswegs so schlimm wie von der Politik dargestellt. Das Dach sei neu, die Nässeschäden seien auf ein Dachrinnengebrechen zurückzuführen. "Keiner verlangt, die Villa sofort komplett saniert wird", meint der Kulturpreisträger, dass müsse sukzessive in Angriff genommen werden.

"Das tut weh"

"Die Qualität dieses wunderbaren Klosterneuburg wird mit Gier und oberflächlichen Entscheidungen zum Schlachthaus geführt. Willkommen im grauenhaften Vorstadtmodell. Das tut weh", formuliert es etwa Regisseur Peter Patzak, der neben Stefan Ruzowitzky und Wolfgang Murnberger, schon mehrmals in der Rostock-Villa gedreht hat. Neben Chlebecek und Patzak möchten auch der ehemalige Landeskonservator Werner Kitlitschka, Schauspielerin Elisabeth-Joe Harriet, Friedhelm Boschert,
Honorarkonsul für Bosnien-Herzegowina, Josefstadt-Schauspieler Freddie Schwardtmann und Kabarettist Werner Brix das barocke Stadtjuwel in Gemeindehand halten.

Das gemeinsame Ziel: Die politischen Entscheidungsträger doch noch umzustimmen. Viel Zeit bleibt allerdings nicht mehr. Am Freitag findet die nächste Sitzung des Gemeinderates statt, in der auf den Rückkauf offiziell verzichtet werden soll.