Energie im Fokus: Strom günstiger, Unsicherheit bleibt
Zeichen stehen auf Sturm: Laut Pernkopf (Mitte) liegt der Fokus auf der Versorgungssicherheit.
Hatte man sich in den vergangenen Monaten in Niederösterreich noch über das zarte Pflänzchen Wachstum gefreut, stehen nun die Zeichen wieder auf Sturm.
„Die Welt-Nachrichten sind beherrscht von Kriegen und Teuerung. Davon kann sich Österreich natürlich nicht abkapseln. Aber es ist unsere Verantwortung, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um die Versorgung sicher zu halten und das Leben wieder leichter zu machen“, sagt ÖVP-Landesvize Stephan Pernkopf bei einem Treffen mit Energieexperten am Donnerstag in St. Pölten.
Der Politiker verwies dabei auf angekündigte Tarifsenkungen bei Energieversorgern wie Verbund und EVN. Vor allem bei der EVN sollen niedrigere Strompreise bereits in den kommenden Tagen wirksam werden.
Auch bei den Treibstoffkosten sieht Pernkopf Handlungsbedarf. Gerade im ländlichen Raum seien viele Menschen auf das Auto angewiesen, steigende Spritpreise würden daher besonders stark ins Gewicht fallen. Die Spritpreisbremse sei ein erster Schritt, weitere Entlastungen müssten folgen, sollte sich die Entwicklung auf den Rohstoffmärkten fortsetzen.
E-Control-Vorstand Alfons Haber berichtete unterdessen, dass die Gasspeicher in Österreich derzeit mit rund 35 Terawattstunden befüllt seien. „Wir sind hier sehr gut aufgestellt.“ Die Gasflüsse rund um sowie in Österreich seien zudem stabil und gewährleistet. „Wir bekommen aktuell unser Gas über Deutschland und teilweise von Italien.“ Mehr als zehn Prozent der in Europa liegenden Gasspeichermengen befinden sich in Österreich, Grund dafür ist die hohe Speicherkapazität hierzulande.
Mehr PV-Anlagen
Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich (eNu), ortete indes eine verstärkte Nachfrage nach Energieberatungsleistungen. Experten der eNu hätten in den vergangenen Jahren im Schnitt „in jedem zweiten Gebäude in Niederösterreich“ mit Tipps unterstützt. Die steigende Zahl an Photovoltaik-Anlagen habe dabei dazu geführt, dass nun „stärker in Gesamtkonzepten“ – unter Berücksichtigung von Speicherkapazitäten und Gebäudegrößen – gedacht werden könne.
Viel Interesse gebe es insgesamt auch für regional verankerte Energiegemeinschaften.
Betont wurde zudem, dass in Niederösterreich weiterhin das Thema Energieunabhängigkeit forciert werden soll. Laut Pernkopf wurden in der aktuellen Regierungsperiode bereits 180 neue Windräder einstimmig genehmigt, zudem stehe man aktuell bei 160.000 Sonnenstrom-Anlagen.
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