Walter Daxböck

© Franz Hagl

Krankentransport
02/20/2013

Patienten ans falsche Ziel chauffiert

Irrfahrt eines Demenzkranken - Namensgleichheit löste den Fehler aus.

von Johannes Weichhart

Ich bin niemandem böse. Aber Sorgen habe ich mir natürlich schon gemacht.“ – Helmut Graf aus Ossarn, Bezirk St. Pölten, stand kürzlich vor einem Problem: Er wartete auf seinen betagten Vater, der vom Krankenhaus St. Pölten nach Ossarn zurückgebracht werden sollte – eine Strecke mit einer Fahrtzeit von maximal 15 Minuten. Und er wartete und wartete. Doch der Wagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASBÖ) tauchte einfach nicht auf.

Erst nach Stunden stellte sich heraus: Dem Demenzpatienten ging es zwar den Umständen entsprechend gut, doch er befand sich in einer ganz anderen Ecke Niederösterreichs. Der Rettungswagen kurvte durch das Weinviertel, mehr als 100 Kilometer vom eigentlichen Zielpunkt entfernt. Es dauerte Stunden, bis der Pensionist endlich daheim war.

Was war passiert? Auf der Spitalsstation lagen zwei Herren mit demselben Nachnamen. Während das elektronische System die richtige Fahrt verbuchte, dürfte der Transportschein falsch ausgefüllt worden sein. „Der Fehler ist nicht in unserem Bereich gelegen“, betont ASBÖ-Obmann Wolfgang Daxböck.

Fehlerquote

Im Landesklinikum St. Pölten nimmt man die Patienten-Irrfahrt nicht auf die leichte Schulter. „Wir werden uns bei dem Patienten selbstverständlich entschuldigen“, sagt der Kaufmännische Direktor Bernhard Kadlec zum KURIER. Zwar sei die Fehlerquote bei rund 700.000 Krankentransporte pro Jahr in Niederösterreich äußert gering, dennoch werde man nach diesem Vorfall jetzt nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. „Wir werden uns mit den Einsatzorganisationen zusammensetzen, damit in Zukunft solche Fehler vermieden werden können“, sagt Kadlec.

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