Im Herbst wird feststehen, ob ein neues Parkkonzept in Krems umgesetzt wird.

© KURIER/Jürgen Zahrl

Krems
06/27/2014

Parkkonzept Neu wird Fall für Bürger

Der Gemeinderat hat beschlossen, die Bewohner über das "heiße Eisen" abstimmen zu lassen.

von Jürgen Zahrl

Mehr als zwei Stunden lang haben die Parteien Mittwochabend im Kremser Gemeinderat einen einzigen Tagesordnungspunkt diskutiert. Daran lässt sich einmal mehr die Brisanz des Themas ableiten. Die Parkraum-Bewirtschaftung – sprich "Grüne und Blaue Zone" – erhitzt weiterhin die Gemüter. Deswegen wurde mehrheitlich beschlossen, die Bürger im September zu befragen, ob sie das neue Parkkonzept inklusive "erste Stunde Gratis-Parken" haben wollen oder die bestehende Variante bleiben soll.

Wie berichtet, feilen SPÖ und ÖVP seit einem Jahr mit Kaufleuten und Verkehrsexperten an einem einfacheren System, um viele Probleme in der Parkmisere beseitigen zu können. Fast wäre das Projekt noch gescheitert, weil die ÖVP plötzlich neue Forderungen gestellt hatte. Letztlich einigte man sich doch: Statt zwei Stunden Gratisparken in der Mittagszeit, sollen die Autofahrer in der ersten Stunde, sowohl in der Grünen als auch in der Blauen Zone, kostenfrei stehen können. Am 28. September sollen die Kremser entscheiden, ob sie das bestehende oder neue Parksystem haben wollen.

Vorwürfe

Kritik üben die oppositionellen Parteien: "Eine Gratisstunde ist in einer Parkgarage mit Schranken üblich. Aber wer soll das mitten in Krems kontrollieren?", fragt FPÖ-Gemeinderat Walter Rosenkranz. Mit der Neuregelung sei ein Missbrauch vorprogrammiert. "Sobald die erste Stunde vorbei ist, werden die Autos einfach umgeparkt", glaubt Rosenkranz. Auch KLS-Mandatar Wolfgang Mahrer ist mit der Lösung unzufrieden: "Die Gratisstunde darf nur einmal täglich gelten. Alles andere kann sich die Stadt nicht leisten."

Aus Sicht der Bürgerliste (UBK) ist das neue Konzept keine Meisterleistung: "Es ist eigenartig, dass man den Zusatz beschließt, die Gratisstunde nach einem Jahr wieder abzuschaffen", sagt UBK-Gemeinderat Adolf Krumbholz und meint: "Nur die betroffenen Ortsteile sollten befragt werden."

SPÖ und ÖVP verteidigen ihre Arbeit: "Es wird nichts abgeschafft, sondern es soll nach einem Jahr eine Überprüfung geben", sagt SPÖ-Stadtrat Wolfgang Chaloupek. "Dass die Gratisstunde missbraucht wird, ist eine gewagte Einschätzung. Wer Zeit hat, sein Auto umzustellen, ist wohl unterbeschäftigt", so ÖVP-Stadtparteiobmann Thomas Hörhan. Für die Volksbefragung am 28. September (Kosten: 100.400 Euro) werden 20 Wahllokale geöffnet. Bereits ab Mitte Juli wird es eine Info-Hotline geben.

Wahl im September

Das neue Parkkonzept beinhaltet nicht nur "erste Stunde Gratisparken", sondern weitere Punkte: Die Blaue Zone soll in der Altstadt in Richtung Norden (Schießstattgasse) und in Richtung Süden (Bahnzeile, Bahnhofplatz und Ringstraße) erweitert werden. Ab 2015 könnte eine weitere Grüne Zone "Krems Ost" kommen, zu der die Ortsteile Am Steindl, Wiener Straße, Langenloiserstraße, Sigleithenstraße, Bründlgraben bis Winzer Krems, der Stadtteil Weinzierl westlich der B-37 und die Mitterau gehören. Die Tarife sollen vorerst gleich bleiben. 23.000 Kremser sind am 28. September aufgerufen, abzustimmen, welche Regelung sie haben wollen.

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