Vom Sprint in den Eiskanal: St. Pöltner startet in Italien durch

Schimböck Nichols-Bardi und Härtinger
Das Heeresleistungszentrum formt heimische Talente zu Medaillenkandidaten. Auch Militärkommandant Härtinger drückt nun die Daumen.

Im Heeresleistungszentrum St. Pölten wird nicht nur viel trainiert, sondern auch geträumt – von Medaillen, Weltcups und olympischen Momenten. 

Gleich 24 Spitzensportler werden dort aktuell von Vizeleutnant Markus Schimböck und seinem Team betreut. Für drei von ihnen geht es sogar zu den Olympischen Spielen. Zwei weitere stehen vor internationalen Großereignissen in Italien, ein Athlet musste nach einem Sturz seine Teilnahme leider absagen.

„Wir drücken allen die Daumen und sind stolz auf das, was hier in St. Pölten entstanden ist“, sagt Militärkommandant Georg Härtinger. Der frühere Zehnkämpfer weiß, wovon er spricht – und dankt allen, die am sportlichen Erfolg hinter den Kulissen mitarbeiten.

Vom Sprint auf den Bob

Einer, der den Weg vom Sportplatz direkt in die internationale Szene geschafft hat, ist der 25-jährige Daiyehan Nichols-Bardi aus St. Pölten. Ursprünglich Leichtathlet, wurde er gezielt für den Bobsport angeworben – dort sind explosive Sprinter gefragt. Der Umstieg zahlte sich aus: Schon in seiner ersten Saison holte er Bronze bei der U23-EM und mischte im Weltcup vorne mit.

Jetzt folgt der nächste große Schritt: die Qualifikation für den Zweier- und Viererbob – ein Karrierehöhepunkt.
„Dabei sein ist alles, klar. Aber ich habe mir persönlich eine Top-10-Platzierung vorgenommen“, sagt Nichols-Bardi, der neben dem Sport auch als Social-Media-Content-Creator aktiv ist.

Trainingszentrum mit Erfolgsgarantie

Für Kommandant Schimböck ist Nichols-Bardi das Paradebeispiel für das St. Pöltner Modell: „Er ist ein Musterbeispiel für unser Zentrum. Er hat bereits als Schüler des BORGL im NÖ Sportleistungszentrum trainiert und dieses Training als Heeressportler nahtlos fortsetzen können. Er ist fast täglich bei uns – nur für einzelne Einheiten geht es nach Salzburg oder Innsbruck. Alles andere haben wir hier vor Ort.“

Auch Pia Zerkhold aus Scheibbs hat den Sprung zu den Olympischen Spielen geschafft. Die Snowboardcrosserin ist bereits in Italien im Einsatz.

Erfolg im zweiten Jahr

Dass das Heeresleistungszentrum schon im zweiten Jahr seines Bestehens Olympiateilnehmer stellt, ist für Brigadier Härtinger ein starkes Signal: „Das ist eine besondere Auszeichnung für unsere Sportler – aber auch für das Gesamtkonzept, das Land Niederösterreich und Bundesheer hier gemeinsam in St. Pölten geschaffen haben.“

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