Ökovielfalt gegen Eschensterben

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Die „Allee der Zukunft“ beim Wasserpark soll eine Abkehr von Monokulturen symbolisieren.

Nach dem Beginn des Eschensterbens im vergangenen Jahr mussten zahlreiche Bäume im Tullner Stadtgebiet – darunter auch im Wasserpark rund um das Gelände der Garten Tulln – aus Sicherheitsgründen entnommen werden. Diese Woche wurde nun die Zufahrt zur Garten Tulln erneuert. Rund 40 Bäume heimischer Arten wurden als „Allee der Zukunft“ gepflanzt.

Positives

Aufgrund des Pilzbefalls mussten im Vorjahr rund 4000 Eschen im Areal des Wasserparks geschlägert werden. „Die Eingriffe im Vorjahr waren aus Sicherheitsgründen unumgänglich. Nun wollen wir den Tullnern, aber auch Erholung suchenden Gästen so rasch wie möglich eine attraktive Erholungszone bieten“, sagt Bürgermeister Peter Eisenschenk (ÖVP). Der Rodung soll nun etwas Positives abgewonnen werden. Denn: Es bietet die Möglichkeit zur Abkehr von Monokulturen und die Gestaltung eines ökologisch wertvollen Wasserparks. Die Experten von „Natur im Garten“ definierten eine Pflanzenliste mit ökologisch wertvollen Allee-Bäumen. „Das Bepflanzungskonzept sieht standortgerechte Allee-Bäume wie zum Beispiel Linde, Ahorn oder Ulme vor, die vor dem Hintergrund des Klimawandels zukünftig von großer Bedeutung sind“, sagt Matthias Wobornik von „Natur im Garten“. Der Geschäftsführer der Garten Tulln, Franz Gruber, sagt: „Einheimische Pflanzen und Bäume sind resistenter gegenüber Krankheiten. Nur ein gesundes, artenreiches Ökosystem ist robust gegenüber einem flächendeckenden Befall gewappnet.“

Unterdessen ist das Eschensterben nicht vorbei. „Wenn es so weiter geht, schaut es mit Eschen in den nächsten 30 Jahren nicht gut aus“, sagt Reinhard Hagen, Forstschutzreferent des Landes Niederösterreich. Besonders betroffen sind weiterhin die Donau-Auen. Im Bezirk Tulln allein sind noch 2000 Hektar durch Bescheide gesperrt, im Bezirk Korneuburg sind es 16000 Hektar.

( kurier.at , rieg ) Erstellt am 16.04.2018